27.09.2012 | Das Wasserkraftwerk Eglisau-Glattfelden ist für den Rest der bis 2046 laufenden Konzessionsdauer gerüstet: Für die Erneuerung des unter Denkmalschutz stehenden Kraftwerks wurde ein Realisierungskredit von rund 188 Millionen Franken bewilligt. Neue Maschinen und eine höhere Ausbauwassermenge ermöglichen eine rund 30 Prozent höhere Stromproduktion. Heute werden die erneuerten Anlagen wieder dem Betrieb übergeben.
Im Rahmen der umfassenden Kraftwerkserneuerung wurden alle sieben Maschinengruppen ersetzt. Eingebaut wurden neue Kaplan- anstelle der alten Francis-Turbinen. Auch die elektrotechnischen Anlagen wie Generatoren, Energieableitung und die Eigenbedarfsversorgung des Kraftwerks wurden ersetzt. Zudem wurden die Kraftwerkseinlaufschützen und -rechen erneuert sowie die Gebäudehüllen von Maschinen- und Schaltanlagenhaus saniert.
Mit der Erneuerung der Maschinengruppen und der in der Konzession festgeschriebenen Erhöhung der nutzbaren Wassermenge von 400 auf 500 m3 pro Sekunde konnte eine spürbare Leistungssteigerung realisiert werden. Die sieben neuen Turbinen verfügen über eine Leistung von total 43,4 MW und erlauben eine durchschnittliche Jahresproduktion von 318 Mio. kWh, gegenüber 245 Mio. kWh vor der Erneuerung. Damit lassen sich rund 80'000 Haushalte mit Strom versorgen.
Als ökologische Ausgleichsmassnahmen werden derzeit drei neue Fischaufstiegsanlagen, Massnahmen für den Geschiebetransport sowie weitere Massnahmen geplant.
Der Realisierungskredit für die Erneuerung betrug rund 188 Millionen Franken. Mit der umfassenden Erneuerung soll sichergestellt werden, dass die Kraftwerksanlagen auch in Zukunft uneingeschränkt und effizient zur Verfügung stehen und ihren Beitrag zur Stromversorgungssicherheit leisten können.
Das Kraftwerk Eglisau-Glattfelden wurde in den Jahren 1915 bis 1920 erbaut. Es liegt auf dem Gemeindegebiet von Glattfelden und nützt das Gefälle des Rheins zwischen der Thur- und der Glattmündung aus. 1988 wurde das Kraftwerk vom Kanton Zürich in das Inventar der schützenswerten Bauten aufgenommen, es soll als Baudenkmal erhalten bleiben.Entsprechende Auflagen mussten auch bei den Erneuerungsarbeiten beachtet werden. Insbesondere musste der optische Originaleindruck von Gebäude und Maschinensaal erhalten bleiben.
Die laufende Konzession dauert bis zum 31. Dezember 2046.
