Der Strom wird knapp
Mit dem Wegfall privilegierter Stromimporte aus Frankreich und dem absehbaren Ende der Betriebsdauer der Kernkraftwerke Beznau I und II und Mühleberg ab ca. 2020 verliert die Schweiz ein Drittel ihrer Stromproduktion. In den letzten zehn Jahren ist der Stromverbrauch in der Schweiz um durchschnittlich 1,3 Prozent jährlich gestiegen. Unsere heutigen Produktionsanlagen werden voraussichtlich schon in den nächsten Winterhalbjahren nicht mehr genügend Strom liefern, um die Schweiz jederzeit mit elektrischer Energie zu versorgen. Im Winter ist die Situation umso kritischer, da der Verbrauch höher (Heizung, Beleuchtung usw.) und gleichzeitig die Energiegewinnung aus Wasserkraft aufgrund der geringeren Wasserführung der Flüsse eingeschränkt ist.
Während die Produktionskapazitäten sinken, steigt der Strombedarf – auch wegen der Abkehr von fossilen Brennstoffen (Substitutionseffekt).
So werden heute beispielsweise immer mehr Ölheizungen bei gleichem Wärmekomfort durch elektrische Wärmepumpen ersetzt. Der Gesamtenergiebedarf wird dabei reduziert, der Stromverbrauch jedoch erhöht. Gleiches gilt, wenn im Individualverkehr langfristig vom Verbrennungs- auf den Elektromotor umgestiegen wird.


