Die Axpo Energy Reports sind eine umfassende Wissensgrundlage zur Zukunft der Schweizer Stromversorgung. Sie gehen der Frage nach, wie der steigende Strombedarf gedeckt werden kann – besonders im Winter, wenn der Verbrauch hoch und die Produktion tief ist.
Vier Technologien – Wind, Kern, Solar, Gas – stehen im Fokus. Axpo hat im Detail untersucht, unter welchen Bedingungen und zu welchen Kosten sie mehr Strom im Winter produzieren können. Die Wasserkraft bleibt das Rückgrat, hat aber kaum mehr Ausbaupotenzial.
Mit einer klugen Kombination dieser Technologien lässt sich eine verlässliche, emissionsarme und bezahlbare Stromversorgung sicherstellen. In der Synthese stellen wir aus allen möglichen Kombinationen zwei Szenarien vor.
Szenario 1 besteht aus einer ausgewogenen Mischung aus Wasserkraft, mehr Photovoltaik, deutlich mehr Windkraft sowie einigen marktaktiven Gaskraftwerken als flexible Ergänzung. Letztere bedienen die aufgrund des Ausbaus der Erneuerbaren stetig wachsende Nachfrage nach flexibler Produktion und sichern die Winterversorgung auch bei kritischen Wetterlagen.
In Szenario 2 entscheidet sich die Schweiz für den Neubau von zwei Kernkraftwerken. Sie koexistieren mit den anderen Technologien, denn auch dieses Szenario umfasst Wasserkraft, mehr Photovoltaik, mehr Windkraft sowie Gaskraftwerke. Neue Kernkraftwerke reduzieren jedoch den Zubau bei allen anderen Technologien deutlich.
Beide oben erwähnten Szenarien zeigen, dass ein technologieoffener Ansatz notwendig bleibt, da die Entwicklung der Nachfrage, die politische Willensbildung und die Bewilligungsprozesse grossen Einfluss haben. Eine Vertiefung der Szenarien, sowie Technologie-Vergleiche finden Sie in der Synthese zu den Axpo Energy Reports.
Unabhängig davon, welches Szenario die Schweiz wählt, braucht es vier Massnahmenpakete, die sofort umgesetzt werden sollten.
Die Axpo Energy Reports sind das Ergebnis intensiver Analysetätigkeiten von rund 50 Expertinnen und Experten aus allen Axpo-Geschäftsbereichen sowie einer Zusammenarbeit mit externen Institutionen, unter anderem der ETH Zürich und dem Paul-Scherrer-Institut. Die externen Fach-Analysen, welche in die Axpo Energy Reports geflossen sind finden Sie hier:
Der Bericht zeigt auf, wie Speicher- und Laufwasserkraftwerke entscheidend zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit beitragen und welche Potenziale noch ausgeschöpft werden können.
Gleichzeitig beleuchtet der zweite Bericht die Technologien Biomasse, saisonale Speicher und Geothermie, die das Energiesystem sinnvoll ergänzen. Biomasse bietet regionale und flexibel einsetzbare Energie. Die Geothermie wiederum liefert langfristig nutzbare, grundlastfähige Wärme- und Stromressourcen.
Die Axpo Energy Reports sind ein Debattenbeitrag. Die Schweizer Energiepolitik steht an einem Scheideweg. Macht die Schweiz weiter wie bisher, ist die Stromversorgung gefährdet – mit enormen Risiken und Kosten für Wirtschaft und Gesellschaft. Die Herausforderung besteht insbesondere im Winter. Axpo präsentiert mit den Axpo Energy Reports eine umfassende Analyse, welche Technologien unter welchen Bedingungen und zu welchen Kosten den benötigten Winterstrom liefern können. Sie verdeutlicht: Die Herausforderung ist lösbar – mit einer klugen Kombination mehrerer Technologien. Aus den möglichen Kombinationen stellen die Reports zwei Szenarien vor, welche beide eine verlässliche, emissionsarme und bezahlbare Stromversorgung ermöglichen. Beide Szenarien sind ohne Ausbau der Fördermittel realisierbar. Unabhängig dieser Szenarien benennen die Reports konkreten und dringenden Handlungsbedarf in vier spezifischen Bereichen.
Unabhängig davon, welchen Weg die Schweiz letztlich einschlägt, empfiehlt Axpo konkrete Massnahmen, die sich auf jeden Fall lohnen. Es sind No-regret Moves in folgenden zentralen Bereichen:
Implementierung von geeigneten regulatorischen Massnahmen zur Reduktion der politischen, regulatorischen und finanziellen Risiken und damit Sicherstellung eines längeren Betriebs der bestehenden Kernkraftwerke. Dies wäre die günstigste Option für grosse Mengen an Winterenergie und würde der Schweiz Zeit verschaffen für den Ausbau der anderen Technologien. Zudem wird die Möglichkeit geschaffen, heute noch nicht verfügbare Technologien später einzubeziehen. Angesichts der in wenigen Jahren erforderlichen technischen Entscheide besteht hohe Dringlichkeit. Im Sinne der Technologieoffenheit unterstützt Axpo auch die Streichung des Neubauverbots für Kernkraftwerke.
Strukturelle Anpassung des Förderregimes hin zu einer technologieneutralen, transparenten und effizienten Förderung von Winterstrom. Aktuell werden die Fördermittel zu wenig effizient eingesetzt und führen primär zum Ausbau von Sommerstromproduktion. Die Herausforderung besteht jedoch im Winter.
Beschleunigter Ausbau der Windkraft: In der Schweiz besteht ein hohes Potential für Windenergie – auch wenn jeder Standort einzeln zu prüfen ist, da aufgrund der spezifischen Schweizer Topografie Unsicherheiten bestehen. Wind ist hinsichtlich Winterstrom besonders kosteneffizient. Um das Potential zu nutzen, muss insbesondere der Beschleunigungserlass auf kantonaler Ebene konsequent und schnell umgesetzt werden.
Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen für marktaktive Gaskraftwerke (insb. Abwärmenutzung, keine Doppelbelastung CO2). Gaskraftwerke sind zur Sicherung der künftigen Schweizer Versorgung notwendig, stossen aber CO2-Emissionen aus. Für einen emissionsarmen Betrieb der Gaskraftwerke kommen langfristig verschiedene Lösungen in Frage, welche – Stand heute – jedoch noch mit grossen Unsicherheiten hinsichtlich Verfügbarkeit und Kosten verbunden sind. Die erforderliche Anzahl an Gaskraftwerken ist abhängig von der Betriebsdauer der bestehenden Kernkraftwerke, vom Tempo des Zubaus der anderen Technologien, sowie der Entwicklung der Stromnachfrage. Sind die Rahmenbedingungen einmal vorhanden, können Gaskraftwerke innerhalb weniger Jahre gebaut werden. Sie können flexibel und bedarfsgerecht mehr oder weniger zur Stromversorgung beitragen.
Ohne diese Massnahmen verbleiben nur noch Reservekraftwerke – im schlimmsten Fall via Notrecht – sowie steigende Stromimporte.
Die Reports sind das Ergebnis intensiver Analysetätigkeiten von rund 50 Expertinnen und Experten aus allen Axpo-Geschäftsbereichen sowie einer Zusammenarbeit mit externen Institutionen, unter anderem der ETH Zürich und dem Paul-Scherrer-Institut. Zusätzlich wurde ein Advisory Board einbezogen, das auf politischer Seite parteiübergreifend besetzt ist und zudem Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Beratung sowie Umwelt- und Industrieverbände umfasst.
| Grossen | Jürg | Nationalrat | GLP |
| Wasserfallen | Christian | Nationalrat | FDP |
| Imark | Christian | Nationalrat | SVP |
| Nordmann | Roger | Alt-Nationalrat | SP |
| Wismer-Felder | Priska | Nationalrätin | Die Mitte |
| Schlatter | Marionna | Nationalrätin | Grüne |
| Schaffner | Christian | Direktor | Energy Science Center ETH Zürich |
| Frank | Michael | Direktor | VSE |
| Keberle | Alexander | Leiter der Standortpolitik | Economiesuisse |
| Hofstetter | Patrick | Klima-und Energieexperte | WWF |
| Wenger | Felix | Senior Partner | Mc Kinsey |
| Flatt | Markus | Partner | EVU Partners |