
KKW Beznau: Positive Ökobilanz vom Uranabbau bis zur Tiefenlagerung
Strom aus dem Kernkraftwerk Beznau (KKB) gehört zu den klimafreundlichsten Energieformen in der Schweiz. Das KKB emittiert nur 3,04 g CO2-Äquivalente pro produzierter Kilowattstunde (kWh). Das bestätigt die Umweltdeklaration der Stromproduktion ab KKW Beznau, die gemäss dem internationalen ISO Standard 14025 erarbeitet und zertifiziert wurde.
Das bald 40jährige KKB der Axpo Tochtergesellschaft NOK ist das erste Kraftwerk der Schweiz, für das eine Umweltdeklaration (EPD®, Environmental Product Declaration) nach ISO 14025 unter Berücksichtigung der gesamten Produktionskette vom Uranab-bau bis und mit der zukünftigen Tiefenlagerung erarbeitet wurde. Es nimmt damit international eine Vorreiterrolle ein. Mit totalen Treibhausgasemissionen von 3,04 g CO2-Äquivalenten pro kWh liegt Beznau deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt der Strom- und Wärmeerzeugung von 24 g CO2 pro kWh. Vergleichbar tiefe Treibhausgasemissionen weisen lediglich einige Flusswasserkraftwerke auf.
Das Umweltmanagementsystem des KKB ist bereits seit 2001 nach ISO 14001 zertifiziert. Mit der aktuellen Zertifizierung kommt die NOK als Unternehmen der Axpo Gruppe ihrer Verpflichtung nach, sich am Prinzip der Nachhaltigkeit zu orientieren und Umwelteinwirkungen über die gesamte Prozesskette hinweg zu erfassen und zu minimieren. NOK-CEO Manfred Thumann dazu: "Damit legt die NOK als grösste Schweizer Produzentin von Strom aus Kernenergie und Wasserkraft transparent offen, ob und in welchem Umfang in Beznau umweltfreundlicher Strom produziert wird." Die KKB-Jahresproduktion von rund 6 Milliarden kWh deckt etwa 10 Prozent des schweizeri-schen Stromkonsums.
Transparente Ökobilanz
Kernstück der Umweltdeklaration nach ISO 14025 ist eine Ökobilanz. Diese klar struk-turierte Methode auf Basis internationaler Normen ermöglicht die Quantifizierung und Einschätzung der Emissionen in die Umwelt und der Ressourcennutzung über die ge-samte Elektrizitätsproduktion hinweg. Dazu werden eine Fülle umweltrelevanter Faktoren erhoben und bewertet. Für die Erarbeitung der Umweltdeklaration nach ISO 14025 muss die Ökobilanz zudem den verschärften Anforderungen des internationalen EPD®-Programms genügen. Dies beinhaltet auch eine unabhängige Prüfung der Resultate durch die akkreditierte Stelle Bureau Veritas Certification aus Schweden, die mit ihrem Zertifikat bestätigt, dass alle Vorgaben der Standards eingehalten werden. Erste KKWs wurden bereits in Schweden zertifiziert. Das KKB ist das erste Werk in der Schweiz bzw. im übrigen Europa, das die strengen Prüfkriterien dieser Standards erfolgreich erfüllt.
Gemäss den Anforderungen des internationalen EPD®-Programmes zeigt die Ökobilanz nicht nur - wie zahlreiche andere Studien - die Treibhausgasemissionen. Die Umweltdeklaration umfasst weitere wichtige Umweltwirkungen wie Emissionen von Ozon abbauenden Gasen, Bildung von bodennahem Ozon (Smogbildung), Versauerung, Überdüngung, den Abbau fossiler, metallischer und weiterer Ressourcen sowie radio-aktive Emissionen in die Umwelt. Alle Resultate werden jeweils auf eine Kilowattstunde Nettoelektrizität im KKB umgerechnet. Berücksichtigt werden alle Umweltwirkungen aus dem Betrieb des Werkes sowie jene aus allen vor- und nachgelagerten Bereichen, d.h. über die ganze Produktionskette von Uran, den Brennstäben und deren Transport, die Wiederaufarbeitung von abgebrannten Brennelementen, dem früheren Bau des Werkes bis und mit der Zwischenlagerung und der zukünftigen geologischen Tiefenlagerung der radioaktiven Abfälle.
An zusätzlichen Umweltinformationen wurde u.a. der Landverbrauch während der früheren Bauphase und der aktuellen Betriebsphase des Werkes, die biologische Vielfalt in der Umgebung des KKB, die Strahlenbelastung von Personal und Dritten bis zu den elektromagnetischen Feldern und dem Betriebslärm erhoben.
