KKB 1: Hintergründe zu Replika RDB

KKB 1: Hintergründe zu Replika RDB

Eine Vielzahl von Untersuchungen

Im letzten halben Jahr hat Axpo eine Vielzahl von Untersuchungen durchgeführt, die alle Grundlage für das Erbringen des Integritätsnachweises und in der dem ENSI eingereichten Roadmap detailliert aufgeführt sind.

Axpo hat  die verfeinerten Ultraschallmessungen, die entsprechenden Bewertungen und Auswer-tungen sowie die vertiefte Prüfung des RDB-Herstellungsprozesses und die Root Cause Analysis fertiggestellt, welche die mögliche Herkunft bzw. Ursache der im RDB gefundenen Unregelmässigkeiten aufzeigen.

Die verschiedenen Untersuchungen bestätigen die Erkenntnisse von Mitte 2015: Bei den detek-tierten Anzeigen handelt es sich um nicht-metallische Einschlüsse im Grundmaterial, die beim Herstellungsprozess entstanden und somit nicht betriebsinduziert sind. Axpo konnte auch bele-gen, dass es keine Wasserstoffflocken sind, wie sie in belgischen Reaktoren gefunden wurden. Gegen Wasserstoffflocken  sprechen die Lage und die Verteilung sowie die Grösse der gefunde-nen Unregelmässigkeiten. Auch die chemische Zusammensetzung des Stahls des RDB spricht dagegen. Die Hersteller des RDB waren sich laut Herstellungsdokumentation der Wasserstoff-problematik bewusst und haben entsprechende Gegenmassnahmen getroffen (Wärmebehand-lung, usw.). Le Creusot hat damals die Anforderungen sogar übererfüllt. Die Qualitätssicherung funktionierte bereits zu dieser Zeit gut.

Entscheidend ist für Axpo weiterhin die Frage, inwiefern die Anzeigen einen Einfluss auf die  In-tegrität des Reaktordruckbehälters haben. Die Klärung dieser Frage ist Gegenstand der seit Ja-nuar 2016 laufenden Materialuntersuchungen.

Materialvergleiche gehören zur Roadmap für das Erbringen des Safety case

In den letzten Monaten zeigte sich, dass das bereits im letzten Jahr identifizierte Testmaterial nur teilweise geeignet war, um den Qualitätsansprüchen für das Erbringendes Integritätsnachweises zu genügen. Dies führte schliesslich dazu, Axpo den Entschluss fasste, Ring C des RDB, der die meisten Einschlüsse aufweist, nachzubilden. Im Mai gab Axpo einer international, renommierten britischen Schmiede (Sheffield Forgemasters) den entsprechenden Auftrag.

Die Replika, die gemäss den dokumentierten Herstellungsbedingungen von Le Creusot ge-schmiedet worden ist, weist praktisch identische chemische und mechanische Eigenschaften aus, wie der Ring C vom RDB Block 1 und die Ultraschallmessungen haben bestätigt, dass sich während des Herstellungsprozesses der Replika Einschlüsse gebildet haben, die denjenigen in Ring C nahezu 1:1 gleichen. Mit diesem Testkörper hat Axpo die Grundlage, um das vorgesehene Programm zum Nachweis der Integrität des RDB Block 1 vollumfänglich – auch mit zerstörenden Methoden – durchführen zu können.

Bis dato liegen keine sicherheitstechnischen Vorbehalte für den sicheren Weiterbetrieb der Anlage vor und Axpo ist überzeugt, die geforderten Nachweise für ein Wiederanfahren erbringen zu können. Es stehen noch umfangreiche Untersuchungen und Bewertungen auf dem Programm, bevor Axpo den Sicherheitsnachweis im Herbst 2016 einreichen wird. Anschliessend wird das ENSI den Sicherheitsnachweis prüfen und über die Bewilligung zum Wiederanfahren entscheiden.