Axpo erzielt trotz Verwerfungen an Energiemärkten gutes Halbjahresergebnis

Axpo erweist sich vor dem Hintergrund beispielloser Verwerfungen an den Energiemärkten als robust: Das Unternehmen erzielte im ersten Semester des Geschäftsjahres 2021/22 ein bereinigtes Betriebsergebnis von CHF 1 094 Millionen (Vorjahr: CHF 515 Millionen) und ein Unternehmensergebnis (Gewinn) von CHF 513 Millionen (Vorjahr: 781 Millionen). Der extreme Anstieg der Energiepreise forderte auch das Liquiditätsmanagement. Die Sicherheitsleistungen für die Absicherung der Schweizer Stromproduktion führten zu einem hohen temporären Mittelbedarf, den Axpo durch ein vorausschauendes Liquiditätsmanagement und ihren guten Zugang zum Kapitalmarkt decken konnte. Mit dem weiteren Ausbau bei den erneuerbaren Energien sowie als führendes Unternehmen für die Vermarktung von Stromproduktionskapazität und im Handel mit Energieträgern leistet Axpo einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung und zur Versorgungssicherheit.

Christoph Brand, CEO von Axpo: «Das erste Semester des Geschäftsjahres 2021/22 war in vielerlei Hinsicht ausserordentlich. Dank der internationalen Diversifikation unseres Geschäfts sowie den herausragenden Fähigkeiten und dem grossen Einsatz unserer Mitarbeitenden gelang es uns, in diesem sehr anspruchsvollen Umfeld ein gutes Ergebnis zu erzielen. Wir konnten auch die massiv gestiegenen Sicherheitsleistungen für die Absicherung der Schweizer Stromproduktion durch ein aktives Liquiditätsmanagement absorbieren. Axpo ist gut positioniert, um diese beispiellose Situation erfolgreich zu meistern. Darüber hinaus werden wir auch weiterhin einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung und zur Versorgungssicherheit leisten.»

Strategie bewährt sich

Das erste Semester 2021/22 (1. Oktober 2021 bis 31. März 2022) war geprägt von den beiden Preisschocks Ende 2021 und bei Ausbruch des Ukraine-Krieges. Diese hatten zur Folge, dass die Preise für Gas, Kohle und Strom zeitweise bis zu sechs Mal höher waren als ein Jahr davor und extremen Schwankungen unterlagen. In diesem sehr anspruchsvollen Umfeld profitierte Axpo von ihrer breiten Diversifizierung hinsichtlich geografischer Märkte und Geschäftsfelder. Der Geschäftsbereich Trading & Sales erzielte mit der Vermarktung der Kraftwerkskapazität (Asset-backed Trading) und im internationalen Kundengeschäft (Origination) einmal mehr ein ausgezeichnetes Ergebnis. Die guten operativen Ergebnisse der Geschäftsbereiche Generation & Distribution und CKW wurden durch die länger als geplant dauernde Revision des für die Versorgungssicherheit wichtigen Kernkraftwerks Leibstadt, die eingeschränkte Verfügbarkeit verschiedener französischer Kernkraftwerke und eine wegen der Trockenheit unterdurchschnittliche Stromproduktion aus einheimischer Wasserkraft beeinträchtigt. Der fehlende Strom musste zu höheren Marktpreisen dazugekauft werden. Insgesamt erzielte Axpo in der Berichtsperiode ein Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von CHF 1 021 Millionen (Vorjahr: CHF 722 Millionen). Bereinigt um den negativen Ergebniseffekt aus der Bewertung der Fonds für die Stilllegung und Entsorgung der Kernkraftwerke (STENFO) resultierte ein bereinigtes Betriebsergebnis von CHF 1 094 Millionen (Vorjahr: CHF 515 Millionen). Nach Berücksichtigung des Finanzergebnisses, das aufgrund der negativen Entwicklung an den Finanzmärkten und von Währungsverlusten negativ ausfiel, resultierte ein Unternehmensergebnis von CH 513 Millionen (Vorjahr: CHF 781 Millionen).

Hohe, temporäre Mittelbindung für Sicherheitsleistungen

Axpo, die ihre Produktion aus Schweizer Kraftwerken von rund 25 TWh pro Jahr über den Grosshandel verkaufen muss, sichert deren Preis bis zu drei Jahre im Voraus ab. Dies zum Schutz vor fallenden Preisen wie 2015/16 sowie zur Glättung der Preise, wovon auch die Schweizer Energieversorgungsunternehmen und deren Kundinnen und Kunden profitieren. Diese Absicherung führte bei Axpo in der Berichtsperiode zu einer Zunahme der aus börsenrechtlicher Sicht notwendigen Sicherheitsleistungen um CHF 2.2 Milliarden, was eine Erhöhung der Nettofinanzschulden auf CHF 2 221 Millionen und einen Mittelabfluss (Operating Cashflow) von CHF 1 748 Millionen zur Folge hatte. Dank eines aktiven Liquiditätsmanagements und dem guten Zugang zum Kapitalmarkt konnte Axpo diesen zusätzlichen Mittelbedarf absorbieren. Bei sinkenden Preisen oder der Auflösung dieser Absicherungsgeschäfte bei erfolgter Stromlieferung werden diese Mittel vollumfänglich wieder zurückfliessen.

Weitere Verlängerung der Bilanz

Die gestiegenen Energiepreise führten bei Axpo auch zu einer weiteren Verlängerung der Bilanz. Die Bilanzsumme belief sich per 31. März 2022 auf CHF 65 162 Millionen (30. September 2021: CHF 44 676 Millionen). Das Eigenkapital erhöhte sich in der Berichtsperiode um CHF 388 Millionen auf CHF 7 615 Millionen. Nachdem Axpo im Januar eine mit einem Nachhaltigkeitsziel verbundene Anleihe in Höhe von CHF 500 Millionen platzierte und sich im Februar von einem breit abgestützten Bankenkonsortium eine Kreditlinie mit Nachhaltigkeitskomponente in Höhe von insgesamt EUR 2.5 Milliarden sicherte, beliefen sich die Liquidität am Ende der Berichtsperiode auf CHF 4 396 Millionen und die Finanzverbindlichkeiten auf CHF 6 617 Millionen. Daraus resultierten Nettoschulden per 31. März 2022 von CHF 2 221 Millionen.

Treiberin der Energiewende

Als bereits grösste Schweizer Produzentin von erneuerbaren Energien baute Axpo ihre Kapazität im In- und Ausland weiter aus. In Spanien, Italien und Polen sind aktuell neue Solaranlagen mit einer Leistung von 4 GW in Entwicklung. Auch in Frankreich, wo Axpo mit Urbasolar zu den führenden Unternehmen bei Entwicklung und Bau von Solaranlagen gehört, realisierte das Unternehmen weitere Projekte. Im Bereich der Windenergie stellte die Axpo Tochter Volkswind in der Berichtsperiode weitere Anlagen in Frankreich fertig.

In der Schweiz treibt Axpo mit CKW den Ausbau der erneuerbaren Energien im Rahmen der regulatorischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten weiter voran. Bereits heute nimmt das Unternehmen täglich zwei neue Photovoltaikanlagen auf Gebäuden in Betrieb. CKW kündigte Ende April an, bis 2030 bis zu CHF 1 Milliarde in den Bereichen Photovoltaik, Windkraft, Biomasse, Wasserkraft und weiteren Technologien zu investieren. Sobald es die Rahmenbedingungen in der Schweiz zulassen, soll dabei auch grösseren Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen hohe Bedeutung zukommen.

Mittelfristig positiver Ausblick

Die Strategie von Axpo bewährt sich und das Unternehmen hat sich in einem sehr anspruchsvollen Umfeld als robust erwiesen. Axpo wird mit dem weiteren Kapazitätszubau bei den erneuerbaren Energien und ihrer führenden Rolle bei der Vermarktung von Produktionskapazität sowie dem Handel mit allen Energieträgern sowohl bei der Dekarbonisierung als auch für die Versorgungssicherheit weiterhin eine bedeutende Rolle spielen. Aufgrund des Krieges in der Ukraine und der hohen Volatilität der Energiepreise ist ein kurzfristiger Ausblick mit grosser Unsicherheit behaftet. Mittelfristig werden sich die höheren abgesicherten Preise der auf drei Jahre im Voraus verkauften Stromproduktion positiv auf das Resultat von Axpo auswirken und die durch die Sicherheitsleistungen gebundenen Mittel ins Unternehmen zurückfliessen.

Kennzahlen der Axpo Gruppe, erstes Halbjahr 2021/22

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Über Axpo:

Axpo hat die Ambition, der Gesellschaft mit innovativen Energielösungen eine nachhaltige Zukunft zu ermöglichen. Axpo ist die grösste Schweizer Produzentin von erneuerbarer Energie und internationale Vorreiterin im Energiehandel und in der Vermarktung von Solar- und Windkraft. Mehr als 5’000 Mitarbeitende verbinden Erfahrung und Know-how mit der Leidenschaft für Innovation und der gemeinsamen Suche nach immer besseren Lösungen. Axpo setzt auf innovative Technologien, um die sich stets wandelnden Bedürfnisse ihrer Kunden in über 30 Ländern in Europa, Nordamerika und Asien zu erfüllen.

Axpo Holding AG

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