Die erste alpine Solar-Grossanlage der Schweiz

So funktioniert’s

Eine Solaranlage in den Bergen funktioniert vom Prinzip her wie jede andere Solaranlage. Allerdings gibt es in den Alpen ein paar Besonderheiten. Dazu gehört etwa die schwierigere Erreichbarkeit, was den Bau einer Solaranlage logistisch erschweren und verteuern kann. Aber es gibt auch Vorteile bei Solaranlagen in den Bergen.

Die Wichtigsten im Überblick:

  • Weniger Wolken und Nebel in den Bergen – auch im Winter
  • Mehr Reflexion vom Boden aufgrund von Schneebedeckung in den Alpen
  • Höherer Wirkungsgrad der Solaranlage dank steilerem Neigungswinkel der PV-Panels
  • Bessere Nutzung der Solaranlage dank Extra-Kühlung der Solarzellen in den Bergen 

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Das Pionierprojekt im Überblick

Axpo plant die erste alpine Solar-Grossanlage an der Muttsee-Staumauer auf 2'500 M.ü.M. Die Staumauer ist Teil des Pumpspeicherwerks Limmern in den Glarner Alpen und die höchstgelegene Staumauer Europas. Mit dem 2-Megawatt-Pionierprojekt treibt Axpo den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Schweiz voran und liefert wichtigen Winterstrom.

Das Projekt sieht eine Anlage mit einer installierten Leistung von 2 Megawatt und einer Jahresstromproduktion von 2,7 Gigawattstunden vor, das entspricht einem Jahresverbrauch von 600 durchschnittlichen Vierpersonenhaushalten. Dafür sind rund 6’000 PV-Module auf einer Fläche von 10'000 Quadratmetern vorgesehen, die an der Südseite der Muttsee-Staumauer installiert werden sollen.

Das Wichtigste zum Pionierprojekt:

  • Die Muttsee-Staumauer ist dank ihrer bestehenden Infrastruktur, ihrer Ausrichtung und Höhenlage ausserordentlich gut für Photovoltaik geeignet.
  • Die Anlage wird rund die Hälfte ihrer Stromproduktion im Winterhalbjahr liefern – bei einer vergleichbaren Anlage im Mittelland wäre es nur ein Viertel.
  • Axpo beantragt beim BFE, die Pionieranlage beim Muttsee in die Liste der Leuchtturmprojekte aufzunehmen.

Winterstrom von der Staumauer

An der Muttsee-Staumauer entsteht die erste alpine Solar-Grossanlage der Schweiz

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Alpiner Solarstrom im Winter

Die Schweiz produziert im Winter deutlich weniger Strom als sie verbraucht. Es fehlt also im Winter Strom. Und diese Tatsache dürfte sich in den nächsten Jahren deutlich verstärken, wenn im In- und Ausland Grosskraftwerke vom Netz genommen werden.

Darum ist es wichtig, für die Winterstromproblematik Lösungsansätze zu finden. Die alpine Solar-Grossanlage in den Glarner Alpen leistet hier einen Beitrag: Sie liefert 50 Prozent ihrer Produktion im Winter.

Die PV-Anlagen im Flachland liegen während der Wintermonate häufig unter einer Nebeldecke – in hohen Lagen gibt es viel weniger Nebel und damit mehr Sonneneinstrahlung. Ausserdem haben es PV-Anlagen gerne kalt. Der Wirkungsgrad von Solarmodulen ist bei tiefen Temperaturen höher. Und schliesslich wird das Sonnenlicht von der Schneedecke reflektiert, was zu einer höheren Solarstrom-Ausbeute führt. Zudem ist der Neigungswinkel der Staumauer optimal für die Solarstromproduktion im Winter.

Die Muttsee-Staumauer ist für alpine PV aus verschiedenen Gründen interessant:

  • Aufgrund der alpinen Lage (fast 2500 m.ü.M) ist dort die Photovoltaik besonders effektiv und liefert dank Reflexion am Schnee und dank wenig Nebel besonders im Winter viel Strom.
  • Die Staumauer ist nach Süden ausgerichtet und damit den ganzen Tag besonnt.
  • Die Staumauer hat einen optimalen Neigungswinkel – Schnee rutscht von alleine ab.
  • Es wird vorhandene Infrastruktur bebaut, also keine zusätzliche Freifläche besetzt.
  • Teil der Infrastruktur (bspw. 16-kV-Netzanschluss) bereits vorhanden.

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