Kernkraftwerk Beznau: Reaktordruckbehälterdeckel erfolgreich aufgesetzt - Zeitliche Anpassungen bei den Revisionen von Block 1 und 2

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16.07.2015 - Die Wiederinbetriebnahme von Block 1 des Kernkraftwerks Beznau (KKB), der sich gegenwärtig in der jährlichen Revision befindet, verschiebt sich voraussichtlich auf Ende Oktober 2015. Neben den Verzögerungen beim Austausch des letzte Woche erfolgreich aufgesetzten, neuen Reaktordruckbehälterdeckels sind umfangreiche Messungen am Reaktordruckbehälter der Grund dafür. Die Untersuchungen und die Analyse der Messergebnisse sowie der Freigabeprozess des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats ENSI für das Wiederanfahren des Blockes werden deutlich mehr Zeit beanspruchen, als das KKB bei der Planung der Revision erwartet hatte. Das KKB möchte zudem bei Block 2 die bereits geplanten vergleichbaren Messungen wie bei Block 1 möglichst zeitnah vornehmen. Aus diesem Grund werden die Vorbereitungen für die Revisionsabstellung an Block 2 bereits in den nächsten Tagen eingeleitet.

Beim ersten Aufsetzen des neuen Deckels auf den Reaktordruckbehälter (RDB) musste das KKB aufgrund einer Fertigungsungenauigkeit bei den Thermoelementführungsstangen eine zeitliche Verzögerung gegenüber der ursprünglichen Revisionsplanung gewärtigen. Mittlerweile wurde der neue Deckel nachbearbeitet und konnte erfolgreich auf den Reaktordruckbehälter aufgesetzt werden.

Im Rahmen der geplanten, umfangreichen Prüfungen wurden im Grundmaterial des RDB von Block 1 dank modernsten Ultraschallmessungen an einigen Stellen Anzeigen registriert, die auf minimale Unregelmässigkeiten aus dem Herstellungsprozess hinweisen. Um diese gemäss den massgebenden Regelwerken bewerten zu können, hat das KKB weitere zusätzliche Messungen und Analysen durchgeführt. Die Ergebnisse liegen heute in Form eines vorläufigen Messberichtes vor, welcher der Aufsichtsbehörde eingereicht worden ist.

Aufgrund der bisher vorliegenden Erkenntnisse bestehen aus Sicht des KKB keine Vorbehalte für einen weiteren sicheren Betrieb von Block 1. Dies ist nun in den nächsten Wochen auf der Basis der Messwertauswertungen mit detaillierten Berechnungen und Nachweisen zu verifizieren.

Nach der Beurteilung der Nachweise durch das ENSI und dem Abschluss aller Revisionsarbeiten werden die Voraussetzungen für das Wiederbeladen des Reaktors und die Freigabe für das Wiederanfahren der Anlage gegeben sein. Dieser Prozess wird sorgfältig und schrittweise erfolgen, was mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird. Das KKB geht daher aus heutiger Sicht davon aus, dass die Anlage Ende Oktober wieder in Betrieb genommen werden kann.

Im Block 2 sind in der bevorstehenden Revisionsabstellung vergleichbare Messungen zur Prüfung des Reaktordruckbehälters geplant. Auf Grund der Erkenntnisse aus den Prüfungen im Block 1 sollen diese im Block 2 möglichst zeitnah erfolgen. Um die dazu notwendige Flexibilität zu schaffen, hat das KKB beschlossen, den Prozess für die Revisionsabstellung bereits in den nächsten Tagen einzuleiten. Die übrigen, detailliert geplanten Revisionsarbeiten und die Umsetzung der Grossprojekte – die Integration der neuen, autarken erdbeben- und überflutungssicheren Notstromversorgung, der Austausch des Reaktordruckbehälterdeckels und die Inbetriebsetzung des neuen Anlageinformationssystems – werden gemäss bisheriger Zeitplanung erfolgen.

Die zusätzlichen Messungen und Auswertungen bei Block 1 und die vorzeitig eingeleitete Revisionsabstellung bei Block 2 werden zu einem beträchtlichen Mehraufwand führen. Die Sicherheit der Anlagen – und damit die Durchführung der umfangreichen Messungen und Berechnungen – hat für das KKB Priorität vor finanziellem und logistischem Aufwand.

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