Axpo steigert Ergebnis dank Erneuerbaren und Kundengeschäft

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14.06.2017 - Die Axpo Gruppe hat im ersten Halbjahr 2016/17 mit 424 Mio. CHF ein Unternehmensergebnis erwirtschaftet, das deutlich über dem Vorjahreswert (350 Mio. CHF) liegt. Dies ist angesichts der weiterhin schwierigen Marktverhältnisse in der Schweiz und in Europa ein erfreuliches Resultat. Die Ertragslage im Markt für nicht geförderte Energie war auch im ersten Halbjahr schwach, hingegen zahlt sich der Ausbau der geförderten erneuerbaren Energien und des europäischen Kundengeschäfts aus. Die Vorbereitungen für die angekündigte Umstrukturierung des Konzerns gehen planmässig voran. Das Kosteneinsparungsprogramm übertrifft sein Ziel von 200 Mio. CHF jährlich.

Die Gesamtleistung im ersten Halbjahr 2016/17 blieb mit 2990 Mio. CHF im Vergleich zum Vorjahreswert (3045 Mio. CHF) praktisch konstant. Wie das Unternehmensergebnis hat sich auch der EBIT mit 405 Mio. CHF gegenüber dem Vorjahr (372 Mio. CHF) deutlich verbessert. Den tieferen Strompreisen in der Schweiz standen signifikant höhere Strompreise in Italien gegenüber. Die nachträglich zugesprochene zusätzliche Entschädigung von Swissgrid für die Übernahme des Höchstspannungsnetzes im Betrag von 163 Mio. CHF stützt das Resultat ebenso wie das verbesserte Finanzergebnis. Positiv wirkten sich auch die Kostensenkungen aus. Axpo wird das per Ende Geschäftsjahr 2016/17 anvisierte Kostensparziel von jährlich 200 Mio. sogar leicht übertreffen. 

Negativ wirkten sich die verlängerte Revisionsabschaltung des Kernkraftwerks Leibstadt sowie der verlängerte Betriebsunterbruch beim Kernkraftwerk Beznau 1 auf das Ergebnis aus. Dem stehen der tiefere Personalaufwand und geringere übrige Betriebskosten gegenüber. Aus den Wertberichtigungen von 2016 resultierten zudem tiefere Abschreibungen und ein erhöhter Verbrauch der Rückstellungen aus belastenden Energiebezugsverträgen.

Führende Position bei den Erneuerbaren ausgebaut

Axpo ist die grösste Schweizer Produzentin von erneuerbarer Energie. Sie erwirtschaftet aufgrund der gegebenen Marktrealitäten immer mehr Geld mit geförderten erneuerbaren Energien. Im kommenden Geschäftsjahr dürften denn auch die Erneuerbaren (inklusive Wasserkraft) erstmals einen höheren Ergebnisbeitrag leisten als die thermischen Energiequellen. Durch gezielte Investitionen im In- und Ausland hat Axpo diesen Wandel vorangetrieben.

Mit ihrem Portfolio an Wasserkraft, Biomasse, Wind und über ihre Tochter CKW auch an Solarenergie ist Axpo auf allen Teilmärkten erfolgreich präsent. Auch der in den vergangenen Jahren erfolgte Ausbau der Windkapazitäten im Ausland macht sich für Axpo bezahlt. Eine besondere Stellung in dieser Hinsicht hat die 2015 übernommene Volkswindgruppe. Über Volkswind entwickelt, baut, betreibt und verkauft Axpo Windparks in Deutschland und Frankreich. Bis Ende 2017 sollen weitere sechs neue Windparks mit insgesamt 35 Windkraftanlagen und einer installierten Leistung von rund 90 MW in Betrieb gehen.

Wie Ende 2015 angekündigt, hat Axpo ihr Wasserkraft-Portfolio bereinigt und einige strategisch nicht relevante Anteile verkauft. Der 5%-Anteil am Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern ging an die AEW Energie AG, Energie Service Biel kaufte Axpo die 35%-Beteiligung am Kraftwerk Argessa im Wallis ab. Und die Stadt Sion übernahm die von Axpo gehaltenen 50% am Kraftwerk Lizerne et Morge.

Erfreuliche Resultate erzielte der Geschäftsbereich Trading & Sales. Im vergangenen halben Jahr konnte Axpo einige langfristige Stromliefer- und Stromabnahmeverträge im europäischen Markt abschliessen, unter anderem über Axpo Nordic SA mit einem Onshore-Windpark im norwegischen Egersund. Seit Jahren erfolgreich verläuft auch der kontinuierliche Ausbau des europäischen Origination-Geschäfts, das individuelle Kundenlösungen für die Vermarktung und Beschaffung von Strom, Gas sowie Energiezertifikaten in ganz Europa anbietet. Über ihre Niederlassungen in den einzelnen Ländern vermarktet Axpo für ihre Kunden erneuerbare Energie aus Anlagen von insgesamt über 14 000 MW installierter Leistung. Damit gehört Axpo zu den führenden Vermarktern von erneuerbaren Energien in Europa.

Gut am Markt behauptet hat sich schliesslich auch die CKW, die den Aufbau eines Smart Energy Portfolios erfolgreich weiterführte. Damit werden sämtliche Kundenbedürfnisse rund um das Thema Energie, von der eigenen Stromerzeugung, der Speicherung, der Elektromobilität bis hin zur Wärmeerzeugung, via Web oder Smartphone App steuerbar.

Strategische Neuausrichtung geht planmässig voran

Die umfangreichen Vorbereitungen der Ende Dezember 2016 bekannt gegebenen strategischen Absicht, die Wachstumsfelder erneuerbare Energien und Kundengeschäft sowie die Netze und Energie-Vermarktung in eine eigene neue Gesellschaft zu bündeln und bestehenden wie neuen Aktionären die Möglichkeit zur Beteiligung zu bieten, schreiten planmässig voran. Es ist vorgesehen, die neue Gesellschaft 2019 an den Markt zu bringen.

Nach Plan läuft auch die Neuausrichtung des Verwaltungsrates, der den neuen strategischen Herausforderungen Rechnung tragen soll. Die Generalversammlung 2017 wählte vier neue Mitglieder in den Verwaltungsrat, die acht zurücktretende ersetzten. Damit wurde der Verwaltungsrat von 13 auf 9 Mitglieder verkleinert. Politiker wurden durch Fachleute aus verschiedenen Bereichen ersetzt, zudem gibt es keine VR-Doppelmandate Axpo/Kantonswerke mehr.

Strompreis bleibt eine Herausforderung

Da Axpo Teile ihres Energieportfolios drei Jahre im Voraus zu fixierten, damals noch höheren Terminpreisen verkauft hat, trifft sie die Preis-Baisse im internationalen Strommarkt mit Verzögerung. Die operativen Erträge aus dem Stromverkauf gehen deshalb nun erst verzögert zurück. Die Tiefstpreise, die man in den Jahren 2015 bis 2016 an den Börsen gesehen hat, werden sich in den kommenden Geschäftsjahren auf das Resultat der Axpo ebenso auswirken wie ab 2018 der Wegfall des abgesicherten Wechselkurses CHF/EUR (1.20 CHF). Deshalb sollte das erfreuliche, gesteigerte Ergebnis des ersten Halbjahres 2016/17 nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Umfeld weiterhin
anspruchsvoll bleibt.

Obwohl die absoluten Tiefststände überwunden scheinen, bleiben Prognosen schwierig. Es gibt mittelfristig Anzeichen für eine Erholung, da Anfangs der 2020er-Jahre in mehreren Ländern Kraftwerke vom Netz gehen werden. Allerdings sehen die meisten Experten kurzfristig keine stabile Erhöhung der Preise, und schon gar nicht auf jenes Niveau, auf dem die konventionellen, nicht geförderten Schweizer Kraftwerke ihre Gestehungskosten verdienen könnten. Da Axpo (ausser der CKW-Gruppe) keine gebundenen Endkunden in der Schweiz hat, denen sie ihre Gestehungskosten verrechnen kann, muss sie die Abhängigkeit vom europäischen Grosshandelspreis weiter reduzieren. Neben der Optimierung des Kerngeschäfts und der konsequenten Senkung der Kosten heisst das auch, neue rentable Geschäftsfelder zu erschliessen. Zudem arbeitet Axpo weiter intensiv an der Umstrukturierung des Konzerns und der Beschaffung von zusätzlichem Kapital, die für 2019 geplant sind.

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