Kraftwerke Vorderrhein AG: Trockenheit führt zu gesunkener Jahresproduktion

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22.03. 2017 - Die 60. ordentliche Generalversammlung der Kraftwerke Vorderrhein AG (KVR) hat heute in Ilanz die Jahresrechnung 2015/16 genehmigt und die Auszahlung einer Dividende von 1,0% auf dem Aktienkapital von 80 Mio. CHF beschlossen. Das abgelaufene Geschäftsjahr war gekennzeichnet durch die lang anhaltende Trockenheit, die einen negativen Einfluss auf die Zuflüsse und somit auch auf die Stromproduktion hatte. 

Aufgrund der langen Trockenperioden im Herbst und Winter 2015/16 und des ebenfalls überdurchschnittlich trockenen Sommers 2016 verzeichneten die KVR im vergangenen Berichtsjahr (1. Oktober 2015 bis 30. September 2016) insgesamt deutlich verminderte Zuflüsse bei ihren Produktionsanlagen in der Surselva. Die Jahressumme des nutzbaren Zuflusses betrug 169,9 Mio. m3, was 90,3% des 10-jährigen Mittelwertes entspricht. Im regenreichen Vorjahr 2014/15 hatte die Jahressumme mit 224,1 Mio. m3 noch rund 23,5% über dem 10-jährigen Mittelwert gelegen.

Während der nutzbare Zufluss das 1,1-fache der Speicherkapazität der drei Stauseen Sta. Maria, Nalps und Curnera betrug, belief sich der natürliche Laufwasserzufluss zum Ausgleichsbecken Runcahez heuer auf 292,6 Mio. m3. Dies entspricht 92,8% des 10-jährigen Mittelwerts. Die Brutto-Energieerzeugung der KVR erreichte denn auch mit 724,0 Mio. Kilowattstunden (kWh) nur 89,4% der 10-jährigen mittleren Erzeugung (Vorjahr 984,1 Mio. kWh).

Die Jahreskosten zu Lasten der Partner beliefen sich auf 32.392 Mio. CHF. Gegenüber dem Vorjahr sanken die Kosten um 1.262 Mio. CHF. Der Anteil an den Jahreskosten für die Axpo Power AG betrug 26.136 Mio. CHF und entsprach einem Energiebezug von 557,6 GWh. Der Kanton Graubünden bezahlte 3.531 Mio CHF an Jahreskosten und bezog eine Energiemenge von 84,7 GWh. Die Aktionärsgemeinden aus dem Vorderrheintal bezahlten insgesamt 2.726 Mio. CHF an Jahreskosten. Im Gegenzug erhielten sie eine Energiemenge von 63,7 GWh.

Trotz der tieferen Jahreskosten sind die Produktionskosten einer Kilowattstunde Strom aufgrund der tieferen Energieerzeugung um 1.11 Rappen auf 4.59 Rappen (Vorjahr: 3.48 Rappen) gestiegen.

Erneuerungsarbeiten erfolgreich abgeschlossen

Neben den ordentlichen Instandhaltungsarbeiten wurden im Berichtsjahr an den Anlagen der KVR verschiedene weitere Kontrollen und Erneuerungen durchgeführt. Dazu gehört etwa der Abschluss der Überwachungsmassnahmen im Zusammenhang mit der NEAT-Baustelle im Herbst 2015, als eine letzte Dichtigkeitsmessung im Druckstollen Nalps-Tgom und eine Nivellementmessung im Druckstollen Sta. Maria-Nalps erfolgte. Zudem wurde im Frühjahr 2016 nicht nur das Ausgleichsbecken Runcahez entleert und gereinigt, sondern gleichzeitig der Freispiegelstollen Sedrun-Medel für eine Inspektion entleert. Letzteres fand als Vorbereitung für den geplanten Einzug einer 16-kV-Kabelleitung statt.

Im März 2016 sorgte darüber hinaus das Felssturzereignis im Val Strem für zusätzliche Arbeiten: Infolge dessen blieb die Wasserfassung Strem bis Ende April 2016 abgeleitet. Die Wiedereinleitung der Wasserfassung verursachte wegen des stark sedimentführenden Wassers umfangreiche Verlandungen in der Wasserfassung Sedrun. Um einen Zufluss der Sedimente in den Fassungsstollen zu vermeiden, wurden daraufhin rund 600 m3 Verlandungsmaterial ausgebaggert.

Des Weiteren investierten die KVR im abgelaufenen Geschäftsjahr in neue Geländer, Abschrankun-gen und Absturzsicherungen. Diese leisten einen zusätzlichen Beitrag zur Arbeitssicherheit und zur Sicherheit von Wanderern, die sich im Bereich der KVR-Anlagen bewegen.

Verwaltungsrat

Im Rahmen der Gesamterneuerungswahlen wurde Armin Candinas als Vertreter der Aktionärsgemeinden wiedergewählt. Als Vertreter des Kantons Graubünden wurde Ernst Sax in den Verwaltungsrat gewählt. Die Axpo Power AG ist durch Jörg Huwyler, Dr. Jürg Wädensweiler und Hans-Peter Zehnder im Verwaltungsrat vertreten. Die Amtsdauer beträgt jeweils ein Jahr.

Aktionäre der Kraftwerke Vorderrhein AG (KVR) sind die Axpo Power AG (81.5%), der Kanton Graubünden (10%) sowie die Konzessionsgemeinden Medel/Lucmagn, Breil/Brigels, Tujetsch, Disentis/Mustér, Sumvitg und Trun mit 8.5%.

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