Axpo steigert Betriebsergebnis deutlich – Erfolg im Handel und mit Erneuerbaren

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11.12.19 - Axpo weist für das Geschäftsjahr 2018/19 ein starkes operatives Ergebnis aus. Das Betriebsergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen stieg um 56% auf 542 Mio. CHF, respektive auf 850 Mio. CHF nach Sondereinflüssen (Vorjahr: 348 Mio. CHF). Das Unternehmensergebnis steigerte Axpo von 131 Mio. CHF auf 865 Mio. CHF. Die Strategie der Vernetzung von Produktion, Handelsgeschäft und internationalem Kundengeschäft hat sich auch in schwierigem Marktumfeld bezahlt gemacht: Sämtliche Geschäftsbereiche der Axpo Gruppe erzielten erfreuliche operative Resultate.

  • Axpo erzielt im Geschäftsjahr 2018/19 ein im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheres Betriebsergebnis (EBIT) von 850 Mio. CHF; wesentlich geprägt von Wertaufholungen.
  • EBIT vor Sondereinflüssen von 542 Mio. CHF (+56% gegenüber Vorjahr) unterstreicht starke operative Leistung.
  • Handelsgeschäft erzielt Rekordergebnis, vor allem dank Erfolg mit langfristigen Stromabnahmeverträgen.
  • Strategie der Vernetzung von Produktion, Handelsgeschäft und internationalem Kundengeschäft greift.
  • Investitionen in Erneuerbare und Digitalisierung ermöglichen zukunftsträchtiges Wachstum in der Schweiz und international.

Einen wesentlichen Beitrag zum sehr guten Ergebnis leistete der Geschäftsbereich Handel & Vertrieb, der ein Rekordergebnis erzielte. Neben höheren Stromabsatzmengen und den Verkäufen von Windparks wirkten sich auch die gute Rendite der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds sowie regulatorische Änderungen positiv auf das Ergebnis aus. Der Beitrag der Systemdienstleistungen erreichte erneut das hohe Niveau des Vorjahres, während die niedrigeren Stromerlöse den EBIT im Vergleich zum Vorjahr mit 104 Mio. CHF belasteten.

Vernetzung von Produktion, Handel und Kundengeschäft zahlt sich aus

Mit innovativen Dienstleistungen wie langfristigen Stromabnahmeverträgen (so genannten Power Purchase Agreements, PPA), ist es Axpo gelungen, die Marktposition als international führendes Unternehmen im Energiehandel und in der Entwicklung massgeschneiderter Energielösungen für ihre Kunden weiter auszubauen. Mit der erfolgreichen Übernahme des französischen Photovoltaikunternehmens Urbasolar hat Axpo zudem die Plattform für zukunftsträchtiges Wachstum bei den erneuerbaren Energien gestärkt.

Thomas Sieber, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates der Axpo Holding AG: «Unser starkes operatives Ergebnis beweist, dass Axpo die Weichen frühzeitig richtig gestellt hat. Die Strategie, die Axpo breit aufzustellen und auf Wachstum, Optimierung und Diversifizierung zu setzen, zahlt sich aus. Die Vernetzung des stark ausgebauten Wind- und Solargeschäfts mit den innovativen Dienstleistungen der Handelssparte und einer konsequenten Digitalisierungsstrategie ermöglichen es, Synergien im Konzern zu heben und Wettbewerbsvorteile in der Schweiz und im Ausland zu nutzen.»

Die Gesamtleistung der Axpo Gruppe im Geschäftsjahr 2018/19 belief sich auf 4 856 Mio. CHF und lag damit auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 4 850 Mio. CHF). Das Unternehmensergebnis stieg stark auf 865 Mio. CHF an (im Vorjahr: 131 Mio. CHF).

Das Betriebsergebnis (EBIT) nahm dank verbesserter operativer Leistung und wegen Sondereinflüssen auf 850 Mio. CHF zu (+144% gegenüber Vorjahr). Die Sondereinflüsse beinhalten hauptsächlich die im September 2019 kommunizierten Wertaufholungen bei Kraftwerken und Energiebezugsverträgen von rund 400 Mio. CHF. Im November wurde zudem die dritte Revision der Stilllegungs- und Entsorgungsfondsverordnung (SEFV) verabschiedet, welche die Realrendite der Fonds von 2.0 auf 1.6 Prozent senkt. Axpo sah sich veranlasst, die Parameter ihrer Rückstellungen für den Nachbetrieb, die Stilllegung und die Entsorgung des Kernkraftwerks Beznau anzupassen, was sich mit 90 Mio. CHF negativ auswirkte.

Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit verringerte sich auf 146 Mio. CHF (Vorjahr: 474 Mio. CHF). Dieser Rückgang ist auf eine höhere Mittelbindung im Nettoumlaufvermögen sowie die tieferen Stromerlöse zurückzuführen. Die Nettoinvestitionen, darunter die Übernahme des französischen Photovoltaikunternehmens Urbasolar, beliefen sich insgesamt auf 418 Mio. CHF (Vorjahr: 198 Mio. CHF). Aufgrund des sehr guten Geschäftsergebnisses erhöhte sich die Eigenkapitalquote auf 28,4%. Die Wachstumsstrategie im internationalen Kundengeschäft führte zu einer Erhöhung der Vollzeitstellen um 517 auf 4 958.

Erfolgreiches Handelsgeschäft erzielt Rekordergebnis

Das Handelsgeschäft der Axpo erzielte in einem sehr dynamischen Marktumfeld das beste Ergebnis seiner Geschichte. Das operative Ergebnis (EBIT) konnte deutlich auf 323 Mio. CHF (Vorjahr: 230 Mio. CHF) verbessert werden. Dabei konnte Axpo von der starken Nachfrage nach langfristigen Abnahmeverträgen (PPAs), insbesondere in Skandinavien, profitieren. Aber auch in anderen Märkten werden PPAs immer öfter eingesetzt, um den Zubau von erneuerbaren Energien ohne Subventionen zu ermöglichen. Auch die 2016 gegründete Axpo U.S., die an den Strom- und Erdgasmärkten aktiv ist, lieferte einen positiven Ergebnisbeitrag. In Italien verfügt Axpo im Strom- und Gasvertrieb für Retailkunden bereits über rund 400 000 Lieferpunkte.

Mit erneuerbaren Energien weiter auf Wachstumskurs

Mit der im Juli 2019 abgeschlossenen Übernahme des französischen Photovoltaikunternehmens Urbasolar stärkte Axpo den Bereich Solarenergie deutlich. Das Portfolio umfasst per Ende Geschäftsjahr 2018/19 operative Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 249 MW. Vom spezifischen Know-how von Urbasolar werden in Zukunft weitere Ländergesellschaften für ihre Photovoltaik-Projekte profitieren.

Die Axpo Tochter Volkswind verkaufte im abgelaufenen Geschäftsjahr vier Windparks in Frankreich. Diese Erträge trugen dazu bei, das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen des Geschäftsbereichs Produktion und Netze auf 223 Mio. CHF zu verbessern. Die Entwicklungspipeline von Volkswind beläuft sich auf rund 3 000 MW in verschiedenen Entwicklungsstadien. Die Gaskombikraftwerke in Italien erwirtschafteten mit Systemdienstleistungen erneut einen substanziellen Ergebnisbeitrag.

Investitionen in Schweizer Verteilnetz

Mit ihrem Kraftwerkspark in der Schweiz mit einer Produktionskapazität von rund 25 Milliarden Kilowattstunden und ihrer Netzinfrastruktur leistet Axpo einen bedeutenden Beitrag für die Versorgungssicherheit. Zurzeit baut Axpo ihr 50-Kilovolt-Verteilnetz sukzessive auf 110 Kilovolt um. Dadurch wird die Übertragungskapazität massgeblich erhöht und die Netzverluste werden um 75% reduziert. Diese Massnahmen tragen dazu bei, die Versorgungssicherheit in der gesamten Nordostschweiz längerfristig auf einem hohen Niveau sicherzustellen. Auch für die kommenden drei Jahre plant Axpo Investitionen in die Modernisierung und Instandhaltung der Verteilnetze von jährlich über 100 Mio. CHF.

Gerne würde Axpo ihre vor allem in Europa bereits erfolgreich angewandte Expertise zum Ausbau der Solar- und Windenergie auch in der Schweiz einsetzen. Die Rahmenbedingungen für grössere Investitionen sind dafür in der Schweiz jedoch noch nicht gegeben.

Die Axpo Tochtergesellschaft Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) verzeichnete ihrerseits
Wertaufholungen von 88 Mio. CHF. Ohne Berücksichtigung dieser Sondereinflüsse blieb das Betriebsergebnis von 99 Mio. CHF auf Höhe des Vorjahres (Vorjahr: 103 Mio. CHF). Zu einem erfolgreichen Geschäftsfeld entwickelt sich die Solartechnik. CKW Gebäudetechnik steigerte in diesem Bereich den Umsatz um 93%. Zusammen mit dem Geschäftsbereich Netze baut CKW ein neues Geschäftsfeld für Batteriespeicher auf. Angesichts des Ausbaus von volatilen erneuerbaren Energien sind solche Stromspeicher zunehmend notwendig, um die Netzstabilität zu gewährleisten. Für einen ersten Kunden konnte ein Batteriespeicher mit einer Leistung von 2 MW realisiert werden.

Innovationen: Von Big Data bis Gross-Solaranlage im Hochgebirge

In der Schweiz entwickelte sich das strompreisunabhängige Geschäft positiv. Die IT-Dienstleisterin und Axpo Tochtergesellschaft Avectris setzte ihren Wachstumskurs sowohl organisch als auch durch Akquisitionen fort. Mit der Übernahme des SAP-Lösungsanbieters ERPsourcing stärkt Avectris gezielt ihre branchenspezifische SAP-Kompetenz. Weiter baut Avectris ihre Marktposition im Bereich IT-Services durch den Zusammenschluss mit dem IT-Provider Comicro aus.

Die digitale Transformation trieb Axpo in allen Geschäftsbereichen voran. Dabei lag der Fokus auf zusätzlichem Nutzen, einer höheren Effizienz und Kosteneinsparungen durch den Einsatz von modernsten Technologien zur Nutzung von Daten im Energiehandel. Das erste digitalisierte Wasserkraftwerk der Schweiz entsteht zurzeit als Pilotprojekt bei den Kraftwerken Sarganserland und verspricht weniger Routineeinsätze, weniger Administration und mehr Effizienz. In Spanien lancierte Axpo Iberia erfolgreich eine Anwendung, die hilft, das grosse Windkraftportfolio noch besser an den iberischen Strombörsen zu vermarkten. Diese Anwendung basiert auf Algorithmen mit künstlicher Intelligenz und wird derzeit auch in anderen europäischen Märkten eingeführt.

Als Pionierprojekt sieht Axpo die geplante Installation der ersten alpinen Photovoltaik-Grossanlage in der Schweiz an der Muttsee-Staumauer des Pumpspeicherwerks Limmern. Die Anlage wird eine installierte Leistung von 2 MW und eine Jahresstromproduktion von 2,7 GWh aufweisen. Die alpine Solaranlage wird rund die Hälfte ihrer Stromproduktion im Winter liefern – also in einer Jahreszeit, in der es tendenziell zu wenig Strom gibt. Allerdings stehen einem breiteren Einsatz solch alpiner Solaranlagen unvorteilhafte Rahmenbedingungen noch im Weg.

Steigende Stromerlöse – Märkte bleiben anspruchsvoll

Aufgrund der auf drei Jahre abgesicherten Strompreise war das abgelaufene Geschäftsjahr 2018/19 nochmals von niedrigeren Stromerlösen geprägt. Für das laufende und die beiden folgenden Geschäftsjahre konnte Axpo den grössten Teil der Produktion zu höheren Preisen verkaufen, was sich ab 2020 graduell positiv auf das Ergebnis auswirken wird.

Allerdings sind sowohl die Entwicklung der europäischen Konjunktur und der Energiemärkte als auch der politischen Regulierung in der Schweiz und Europa von Unsicherheiten geprägt, die bedeutenden Einfluss auf das Ergebnis der Axpo haben können. Im Geschäftsjahr 2018/19 konnte Axpo von zahlreichen positiven Effekten profitieren und blieb von negativen weitestgehend verschont, dafür gibt es aber im angelaufenen Geschäftsjahr keine Garantie. Insgesamt sind wir uns bewusst, dass das Ergebnis 2019/20 wahrscheinlich weniger gut ausfallen dürfte als 2018/19.

Axpo wird deshalb weiter auf Effizienzgewinne und Synergien setzen und dabei den Fokus auf Kostendisziplin beibehalten. Gleichzeitig will Axpo das erfolgreiche Zusammenspiel von Produktion, Energiehandel und internationalem Kundengeschäft weiter stärken und damit die Chancen des Marktes nutzen. 

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