Robuste Axpo erzielt in anspruchsvollem Umfeld starkes Ergebnis

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10.12.20 - Die Axpo Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2019/20 (1. Oktober 2019 bis 30. September 2020) trotz der Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie ein sehr gutes Ergebnis. Das wie in den Vorjahren ausgesprochen positive Resultat des Geschäftsbereichs Trading & Sales wurde durch solide Ergebnisbeiträge aus den anderen Bereichen ergänzt. Dabei profitierte Axpo von gegenüber dem Vorjahr leicht höheren abgesicherten Strompreisen und nutzte die sich aufgrund der Marktvolatilität bietenden Chancen an den Energiemärkten.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • In herausforderndem Umfeld sehr gutes Ergebnis erzielt
  • Operatives Geschäft weiter gestärkt – Handelsgeschäft sehr erfolgreich
  • Durch einwandfreien Betrieb von Kraftwerken und Netzen zur Stabilität in Krise beigetragen
  • Kapazität bei Solar- und Windenergie gezielt ausgebaut
  • Erste Schritte in Richtung strategischer Fokussierung umgesetzt
  • Ausserordentlich gutes Ergebnis des internationalen Handelsgeschäfts ermöglicht Wiederaufnahme der Dividendenzahlung ein Jahr früher als geplant 

Nachdem sich die Finanzmärkte im zweiten Halbjahr erholten, resultierte ein Betriebsergebnis in Höhe von 791 Mio. CHF, das nur leicht unter dem Ergebnis des Vorjahres lag (850 Mio. CHF), in dem das Unternehmen von Wertaufholungen in der Höhe von über 300 Mio. CHF profitieren konnte. Um die Wertaufholungen und die Schwankungen der Fonds für Stilllegung und Entsorgung der Kernkraftwerke (STENFO) bereinigt, erhöhte sich das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr um 332 Mio. CHF auf 826 Mio. CHF. Aufgrund des starken Ergebnisses wird der Verwaltungsrat den Aktionären vorschlagen, ein Jahr früher als ursprünglich geplant wieder eine Dividende in Höhe von 80 Mio. CHF auszuschütten.

Christoph Brand, CEO von Axpo, sagte zum Ergebnis: «Axpo erzielte im Geschäftsjahr 2019/20 ein sehr gutes Ergebnis und trug mit einem jederzeit einwandfreien Betrieb von Produktion und Netzen zur Stabilität in der Corona-Krise bei. Die intelligente Vernetzung von Produktion, Handel und Kundengeschäft hat sich auch in einem sehr anspruchsvollen Umfeld bewährt. In Zukunft wollen wir noch mehr auf diese Stärken fokussieren».

Rasche und wirksame Reaktion auf Ausbruch der COVID-19-Pandemie

Das Geschäftsjahr war ab März 2020 von der COVID-19-Pandemie geprägt. Axpo ergriff frühzeitig wirksame Massnahmen, mit denen das Unternehmen die Mitarbeitenden vor der Krankheit schützen und den operativen Betrieb in allen Bereichen jederzeit ohne Einschränkungen aufrechterhalten konnte. Die im Frühjahr von den Regierungen vieler Länder verhängten Lockdowns zur Bekämpfung der Pandemie führten zu einem deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung und damit auch zu einem Rückgang der Energienachfrage. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie und deren Auswirkungen hatte zudem auch eine hohe Volatilität an den Energiemärkten und eine gedämpfte Investitionstätigkeit zur Folge.

Gutes operatives Ergebnis führt zu starkem Mittelzufluss

Die Gesamtleistung von Axpo im Geschäftsjahr 2019/20 blieb mit 4’808 Mio. CHF gegenüber dem Vorjahr stabil. Die im Zuge der COVID-19-Pandemie sinkende Stromnachfrage konnte durch höhere abgesicherte Strompreise und das ausserordentlich gute Ergebnis im Energiehandel mehr als wettgemacht werden. Daraus resultierte ein Betriebsergebnis EBIT von 791 Mio. CHF. Im Vergleich mit dem um Sondereinflüsse bereinigten Vorjahresergebnis konnte das Betriebsergebnis um 67 Prozent gesteigert werden. Nachdem das Ergebnis des Ende März 2020 abgeschlossenen ersten Halbjahrs durch die Wertschwankungen der STENFO stark negativ beeinflusst wurde, wurde dieser Effekt durch die Erholung der Finanzmärkte bis zum Ende des Geschäftsjahres Ende September 2020 fast wieder ausgeglichen. Insgesamt resultierte ein Unternehmensergebnis von 570 Mio. CHF. Beim im Vorjahr ausgewiesenen Unternehmensergebnis in Höhe von 865 Mio. CHF sind Wertaufholungen von über 300 Mio. CHF enthalten. Das starke operative Ergebnis wird unterstrichen durch den gegenüber dem Vorjahr deutlich höheren Free Cashflow von 319 Mio. CHF (Vorjahr -273 Mio. CHF). Das sehr gute Handelsergebnis und eine tiefere Mittelbindung im Nettoumlaufvermögen hatten hier den grössten Einfluss. Die Nettoinvestitionen gingen nach der Übernahme von Urbasolar im Vorjahr und vereinzelten durch die Pandemie bedingten Projektverschiebungen zurück auf 275 Mio. CHF (Vorjahr: 419 Mio. CHF). Das gute Geschäftsergebnis führte auch zu einem weiteren Anstieg der Eigenkapitalquote auf 31,1 Prozent. Die Nettofinanzposition verbesserte sich aufgrund des Mittelzuflusses auf -1181 Mio. CHF.  Axpo ist damit solide finanziert und verfügt zudem auch über ausreichend Liquidität für die Aufrechterhaltung des Betriebs in ausserordentlichen Situationen und die strategische Weiterentwicklung. 

Ausserordentlich erfolgreiches Kunden- und Handelsgeschäft

Der Bereich Trading & Sales setzte die erfolgreiche Entwicklung der letzten Jahre auch im Geschäftsjahr 2019/20 fort. Das Betriebsergebnis EBIT konnte gegenüber dem Vorjahr nochmals gesteigert werden auf 498 Mio. CHF (Vorjahr 198 Mio. CHF). Axpo ist im Kundengeschäft und im Energiehandel in 30 Ländern und 40 Märkten aktiv. Marktnähe und diszipliniertes Risikomanagement ermöglichten es, im Eigenhandel und im Bereich Asset-Backed Trading vom dynamischen Marktumfeld zu profitieren und ein ausserordentlich gutes Ergebnis zu erzielen. Die Unsicherheit an den Märkten führte bei den Kunden auch zu einem verstärkten Bedürfnis nach massgeschneiderten Risikomanagement-Lösungen. Ungebrochen ist der Trend zu langfristigen Lieferverträgen (Power Purchase Agreements; PPA) im Bereich der erneuerbaren Energien, wo Axpo in Europa zu den führenden Anbietern gehört. Besonders erwähnenswert sind das PPA mit der Green Investment Group für zwei Windparks in Norwegen und ein zehnjähriges PPA mit dem spanischen Photovoltaik-Entwickler Solaria. Zugenommen hat auch die Nachfrage nach Erdgas, das im Übergang zu einer CO2-freien Energiezukunft in vielen Regionen der Welt eine wichtige Rolle spielen wird. Axpo hat ihre Marktposition in diesem Geschäft weiter gestärkt und in diesem Zusammenhang einen Standort in Singapur eröffnet.

Anhaltendes Wachstum bei erneuerbaren Energien

Axpo ist das Schweizer Energieunternehmen, das am meisten in neue erneuerbare Energien investiert und in diesem Bereich die höchste Kapazität aufweist. Das Photovoltaikgeschäft entwickelte sich nach der Übernahme von Urbasolar 2019 sehr gut. Die Gesamtleistung der PV-Anlagen erhöhte sich von 249 MW auf 373 MW. Für das laufende Geschäftsjahr ist der Bau von weiteren 250 MW geplant, die gesamte Projektpipeline umfasst 1000 MW. Unter anderem konnte zusammen mit einem Partner ein langjähriger Liefervertrag mit der Betreibergesellschaft der drei Pariser Flughäfen Paris-Charles-de-Gaulle, Orly und Le Bourget abgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang baut Axpo drei Solaranlagen mit einer Kapazität von 40 MW, die 2021 ihren Betrieb aufnehmen werden.

Auch im Bereich der Windenergie setzte Axpo die Strategie des profitablen Wachstums erfolgreich fort. Der Fokus lag in diesem Jahr auf dem weiteren Ausbau des Portfolios und der Sicherung künftiger Entwicklungsprojekte. In Frankreich gewann Axpo die ersten Auktionsrunden 19/20, sicherte sich so 27 Prozent des gesamten Auktionsvolumens und holte 10 Projekte mit insgesamt 201,5 MW. Axpo betreibt 130 Windkraftanlagen mit insgesamt 300 MW. Zusätzlich werden 143 Windturbinen für Dritte verwaltet. Insgesamt hat Axpo Projekte mit rund 4000 MW in Entwicklung.

In der Schweiz sind die Rahmenbedingungen für grössere Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien nach wie vor ungenügend. Axpo setzt sich deshalb im Rahmen der Revision des Energiegesetzes aktiv für eine auktionierte, gleitende Marktprämie ein, welche sich am Marktpreis orientiert. Zudem fehlt in der Revision eine Risikogarantie, die langfristige Investitionen in die bestehenden Wasserkraftwerke sicherstellt. Um auch in der Schweiz das Potenzial der erneuerbaren Energien gerade im Hinblick auf die sich abzeichnende Winterknappheit besser ausschöpfen zu können, braucht es klare Anreize für Investoren.

Schweizer Wasserkraft wirtschaftlich nach wie vor unattraktiv

Auch der Geschäftsbereich Generation & Distribution erzielte ein gutes Ergebnis. Die Gesamtleistung erhöhte sich von 1’925 Mio. CHF auf 1’960 Mio. CHF und das Betriebsergebnis belief sich auf 164 Mio. CHF. Bereinigt um die Wertaufholungen im Vorjahr und die STENFO-Schwankungen lag das Betriebsergebnis leicht höher als im Vorjahr. Diese Verbesserung ist vor allem auf die gegenüber dem Vorjahr höheren Strompreise zurückzuführen. Bei der Wasserkraft profitierte Axpo von einem guten hydrologischen Jahr, wobei die Schweizer Wasserkraft nach wie vor ökonomisch unattraktiv ist und sich Investitionen in diesem Bereich bei den aktuellen Rahmenbedingungen nicht lohnen. Bei der Kernkraft konnte dank der hohen Verfügbarkeit der Schweizer Kraftwerke, die nur wenige geplante und keine ungeplanten Produktionsunterbrüche zu verzeichnen hatten, die reduzierte Verfügbarkeit des französischen Kraftwerkparks kompensiert werden. Axpo ist mit einer Produktion von rund 29 Milliarden Kilowattstunden weiterhin in hohem Masse dem Risiko von Preisschwankungen an den internationalen Strommärkten ausgesetzt.

CKW: Täglich eine neue Solar-Anlage

Die Axpo Tochtergesellschaft Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) erzielte ein gutes Ergebnis. Das Betriebsergebnis EBIT belief sich auf 124 Mio. CHF. Bereinigt um Sondereffekte erhöhte sich das Betriebsergebnis von 87 Mio. CHF auf 133 Mio. CHF. Das Wachstum des Geschäftsfelds Solartechnik war auch im vergangenen Geschäftsjahr stark und lag deutlich über dem Marktdurchschnitt. CKW nimmt durchschnittlich jeden Tag eine neue Solaranlage ans Netz. Auch das Solar-Contracting – Bau und Betrieb von Solaranlagen bei Kunden – wurde innerhalb kurzer Zeit sehr erfolgreich ausgebaut. Die CKW gehört im Bereich Solarenergie in der Schweiz bereits zu den führenden Anbietern und soll diese Position für die Axpo Gruppe weiter ausbauen.

Weiterentwicklung der Strategie: 20mal mehr Photovoltaik 

Bei der Weiterentwicklung der Strategie sind erste Weichenstellungen vorgenommen worden. Axpo wird sich künftig auf drei Pfeiler fokussieren: In der Schweiz auf ihre führende Rolle beim Übergang in eine CO2-freie Energiezukunft und international auf das Kunden- und Handelsgeschäft sowie den Ausbau der Erneuerbaren. Hier werden neben Wasserkraft, Wind- und Solarenergie künftig auch Batteriespeicher und der Energieträger Wasserstoff eine bedeutendere Rolle spielen. Bei der Photovoltaik etwa setzt sich Axpo bis 2030 die Ambition, die installierte Leistung um 10 GW zu erhöhen – 20mal mehr als heute. Bei der Windkraft beträgt die Ambition 3 GW zusätzliche Kapazität. Und das Volumen der langfristigen Lieferverträge aus erneuerbarer Energie (PPA) soll bis 2030 vervierfacht werden. Um zusätzliche Mittel für dieses Wachstum zu erhalten, ist eine hohe Kosteneffizienz zentral. Geprüft werden zudem gezielte Devestitionen. 

Anhaltende konjunkturelle Unsicherheit dämpft Ausblick

Die COVID-19-Pandemie sorgt nach wie vor für Unsicherheit und dämpft die wirtschaftliche Entwicklung und damit auch die Energienachfrage sowie die Investitionstätigkeit. Allfällig negative Auswirkungen der Pandemie auf die Finanzmärkte und die mittelfristige Entwicklung der Strompreise könnten das Ergebnis von Axpo künftig beeinträchtigen. Für das Geschäftsjahr 2020/21 geht Axpo deshalb von einem tieferen Ergebnis aus. In diesem unsicheren Umfeld konzentriert sich Axpo darauf, die wirtschaftlichen Risiken im Schweizer Geschäft zu minimieren und mit dem weiteren Ausbau bei den erneuerbaren Energien und im internationalen Kunden- und Handelsgeschäft die sich bietenden Chancen im sich wandelnden Energiemarkt zu nutzen.

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