16.08.2018 | Axpo und ihre Wasserkraftwerke – wer kennt unsere Assets?

Vernetzt und als Partner

Axpo hat ein grosses Portfolio an Wasserkraftwerken in der Schweiz. Einige davon gehören ihr zu 100 Prozent. Die meisten sind aber sogenannte Partnerwerke. Und viele dieser hydraulischen Werke sind in Kraftwerksgruppen angeordnet. Was das bedeutet? Hier gibt‘s Erklärungen – und ein Ratespiel obendrauf.

In der Schweiz stammen 60 Prozent des produzierten Stroms aus Wasserkraft. Das ist gut, denn diese Stromproduktion ist einheimisch und damit zuverlässig, praktisch CO2-frei sowie speicher- und erneuerbar. Die Schweiz liegt europaweit gesehen, an der Spitze – nur in Norwegen, Österreich und Island ist der Wasserkraftanteil an der Stromproduktion noch grösser. Zu diesem Spitzenplatz trägt Axpo als grösste Schweizer Produzentin von Wasserkraft wesentlich bei.

Heute gehören Axpo rund 60 Wasserkraftanlagen in der Schweiz ganz- oder teilweise. Denn die meisten Anlagen sind als sogenannte Partnerwerke organisiert. Partnerwerke?

In der Schweiz und den Alpen wurden in den 50er und 60er Jahren zahlreiche Wasserkraftwerke gebaut. Um die hohen Baukosten und die Risiken für grössere Anlagen zu minimieren und die Investitionen auf verschiedene Schultern zu laden, schlossen sich Stromproduzenten, Kantone und Standortgemeinden oft als Partner zusammen.

Wer kennt die Axpo Wasserkraftwerke?

Unsere Assets im Bereich Stromversorgung sind kreuz und quer in der Schweiz verteilt. Hier gibt es eine Karte, welche zeigt, wo überall Axpo zu Hause ist und sich deren Pump-, Speicher-, Laufwasser- und Kleinwasserkraftwerke befinden. Und hier gibt es eine Bildstrecke mit Axpo Stauseen, Staumauern und Kraftwerken. Wo sie liegen und wie sie heissen? Mitraten!

 

Wir fangen mal ganz einfach an. Was ist hier zu sehen?

Ja klar, das ist der Muttsee. Und 630 Meter weiter unten liegt der Limmernsee. Die Staumauer ist mit 1050 Metern die längste der Schweiz und die höchstgelegene von ganz Europa (2500 m.ü.M.). Das PSW Limmern verfügt über eine Pump- und Turbinierleistung von 1000 MW

Man lese und übersetze, oder kennt es sonst?

Natürlich, Kraftwerke Illanz. Sie gehören zu 85 % Axpo, dem Kanton Graubünden (10%) und den Konzessionsgemeinden Breil/Brigels, Waltensburg/Vuorz, Andiast und Ilanz/Glion

Das ist ein Stau- und ganz beliebter Badesee. Wo liegt er?

Der Klöntalersee liegt oberhalb von Glarus. Er gehört zum Kraftwerk am Löntsch, einem Hochdruckkraftwerk der Axpo mit Zentrale in Netstal

Auch dieser Stausee müsste zumindest bei Wanderern bekannt sein, oder?

Wir sind im Wallis beim Stausee Mattmark oberhalb von Saas-Almagell, der durch einen 120 Meter hohen Erdschüttdamm aufgestaut wird. Die Kraftwerke Mattmark gehören mehrheitlich Axpo (38,8 %) und CKW (27,78%), die mittlere Jahresproduktion liegt bei 649 Mio. kWh

Wir bleiben in den Bergen. Wie heisst dieser See?

Der Lag da Pigniu, der Panixersee. Die Gewichtstsaumauer ist 53 Meter hoch und 270 Meter lang und wurde zwischen 1984 und 1992 erbaut. Der Panixersee ist Teil der Kraftwerke Illanz AG

Auch dieser Stausee liegt sehr idyllisch. Schön, nicht?

Das ist der Griessee mit dem Griesgletscher im Hintergrund. Er liegt im Wallis oberhalb von Ulrichen. Das Wasser wird allerdings von der Maggia Kraftwerke AG turbiniert. Die «Officine idroelettriche della Maggia SA» (Ofima) gehört zu 30 Prozent Axpo

Und runter geht’s ins Tal. Ein Tipp zum Bild. Das ist ein Kleinwasserkraftwerk

Es handelt sich um das KWK Au-Schönenberg, das an der Thur (TG) liegt und eine installierte Leistung von 2,1 MW ausweist. Es gehört Axpo

Hier sind wir in der Nähe eines Passes. Wo ist das und wie heisst der See?

Am Lukmanierpass, beim Lai da Sontga Maria. Der Sta. Maria Stausee gehört zu den Kraftwerken Vorderrhein, einem Partnerwerk von Axpo, Kt. GR und den Konzessionsgemeindem. Die KVR verfügen über eine installierte Leistung von 331 MW

Hier sind wir am Rhein…aber was für ein Kraftwerk ist das?

Es ist das Rheinkraftwerk Säckingen, an welchem Axpo einen Anteil von 25 Prozent hält. Das KW hat eine installierte Leistung von 73, 6 MW

Für Tessiner müsste dieser Stausee etwas einfacher zu erkennen sein, oder?

Der Lago del Narèt ist ein Stausee in der Gemeinde Lavizzara am Ende des Valle Maggia. Er gehört zur Ofima und wird von gleich zwei Staumauern (Gewichtsstaumauer mit 260 Meter Kronenlänge und Bogenstaumauer mit 440 Meter) aufgestaut

Und weil's so schön war, gleich noch was von da…

Der Lago di Sambuco. Er liegt oberhalb von Fusio im Valle Lavizzara, einen Seitental des Valle Maggia. Der 1956 angelegte Speichersee wird durch eine 130 m hohe Bogenstaumauer gestaut und misst an seiner tiefsten Stelle 110 m

Mal wieder was Einfacheres. Mit guten Augen kann man’s lesen…

Das ist die Zentrale Thusis der Kraftwerke Hinterrhein. Zur KHR gehört eine dreistufige Kraftwerksgruppe mit Speicher, Pumpspeicher und Laufkraftwerken und einer Turbinierleistung von 650 MW und einer Pumpleistung von 90 MW

Eine Staumauer in einer prächtigen Landschaft. Wo?

Das ist die Staumauer Luzzone der Kraftwerke Blenio. Dese nutzen das Gefälle zwischen dem Staubecken Carassina (1708 m ü.M.) und dem Kraftwerk Biasca (279 m ü.M.). Mit 23 Wasserfassungen, 90 km Stollen und Druckleitungen, 3 Staumauern und 3 Kraftwerken, mit einer installierten Gesamtleistung von 400 MW erzeugen sie jährlich 835 GWh und sind somit die zweitgrössten Wasserkraftproduzenten des Kantons Tessin

Die Staumauer im Bleniotal ist auch attraktiv für Kletterer, weist sich doch eine künstliche Kletterroute auf, die mit ihren 160 Metern die längste der Welt ist

Dieser See liegt inmitten von schroffen Bergen und saftigen Blumenweisen. Wo?

Das ist der Stausee Gigerwald. Er liegt im Calfeisental in der Gemeinde Pfäfers (SG). Der Gigerwaldsee ist ein Teil des von 1971 bis 1977 erbauten Pumpspeicherwerks der Kraftwerke Sarganserland (KSL), einem Partnerwerk des Kantons St. Gallen und Axpo. Es nutzt das Wasser aus dem oberen Weisstannental, dem Calfeisental und dem Taminatal und erzeugt im Mittel jährlich 460 Mio. kWh Strom

Ganz schön rund dieses Ding, nicht wahr?

Das ist der Stausee Valle di Lei mit seiner Bogenstaumauer (max. Höhe 138 m, Kronenlänge 690 m). Er fasst 197 Mio m3 Wasser und ist der drittgrösste Stausee der Schweiz. Er liegt mehrheitlich in Italien und gehört zu den Kraftwerken Hinterrhein (KHR)

Farblich enorm attraktiv ist dieser Stausee im Kanton Graubünden. Wie heisst er?

Der Lai da Curnera liegt im gleichnamigen Tal in Graubünden in der Nähe der Gemeinde Tujetsch. Zu erreichen ist der See über den Oberalppass. Er bildet mit den Stauseen Sta. Maria und Nalps ein durch Röhren zusammenhängendes wasserwirtschaftliches System und ist Teil der Kraftwerke Vorderrhein

Hier mal wieder was für Flachländer. Was ist das?

Das Wasserkraftwerk Reckingen liegt am Rhein bei Rekingen AG. Als Grenzkraftwerk gehört es zu 50 % der deutschen enwb, sowie AEW (30%) und Axpo (20%). Es verfügt über eine installierte Leistung von 38 MW

Davon war auf dem Energiedialog schon die Rede. Wo sind wir?

Der Lac Mauvoisin liegt auf 2000 m.ü.M. in den Walliser Alpen. Er gehört zu verschiedenen Kraftwerksstufen der Forces Motorices de Mauvoisin SA, an der die Axpo und CKW einen Anteil von 68 Prozent halten

Und last but not least, etwas ganz Besonderes. Das ist …

Die 220 Meter hohe Verzasca Staumauer ist bekannt für einen der besten Stunts aus dem Film «Golden Eye» mit Pierce Brosnan als 007-James Bond. Und nein, diese Stauanlage gehört nicht zum Portfolio von Axpo. Imposant ist sie aber allemal

Beispiel KHR

Nehmen wir ein Beispiel aus dem Bündnerland. Dort betreiben beispielsweise die Kraftwerke Hinterrhein AG (KHR) ein Partnerwerk, an dem mehrere Aktionäre beteiligt sind. Es sind Axpo (19,5 %), die Stadt Zürich (19,5 %), der Kanton Graubünden (12 %), Alpiq (9,28 %), BKW (7,72 %), Repower (6,5 %), die Konzessionsgemeinden (3 %), IWB (2,50%) sowie die italienische Edison S.p.A. (20 %).

Diese Partner tragen gemäss ihren Anteilen die Investitions- und Produktionskosten der KHR und erhalten als Gegenwert anteilmässig die produzierte elektrische Energie, die sie vermarkten und in ihren Verteilgebieten absetzen können.

Kraftwerke werden gruppiert

In den Schweizer Bergen sind viele Kraftwerke in sogenannten Kraftwerksgruppen angeordnet und damit hydraulisch verknüpft. Das Wasser wird so über eine Kaskade von Kraftwerken und Wasserspeichern mehrmals genutzt. Dazu müssen die einzelnen Kraftwerke energiewirtschaftlich aufeinander abgestimmt sein. So muss ein nachgelagertes Kraftwerk in der Lage sein, das zufliessende Wasser des darüber liegenden Kraftwerks sofort zu nutzen oder das Wasser in einem Ausgleichsbecken oder Stausee zu speichern. In der Regel werden die Kraftwerke über Druckleitungen oder Druckstollen miteinander verbunden.

Wie das genau geht, kann man untenstehendem Beispiel der Kraftwerke Zervreila (KWZ), an denen Axpo mit 22 Prozent beteiligt ist, entnehmen:

1. Stausee Zervreila; 2. Zentrale und Ausgleichsbecken Zervreila; 3. Schütze Peilertal: 4. Ausgleichsbecken Wanna; 5. Zentrale Safien Platz; 6. Ausgleichsbecken Safien Platz; 7. Zentrale Rothenbrunnen; 8. Ausgleichsbecken Egschi; 9. Zentrale Realta
Karte und Grafik: KWZ

Mehr Details zur KWZ finden sich hier

36‘666 GWh Wasserstrom

Im Jahr 2017 produzierten die insgesamt gegen 1350 Wasserkraftwerke in der Schweiz gemäss Statistik des Bundesamtes für Energie 36,666 GWh Strom. Davon stammen durchschnittlich 48 Prozent aus Speicherkraftwerken, 47,6 aus Laufwasserkraftwerken und etwa 4,4 Prozent aus Pumpspeicherkraftwerken. Rund 63 Prozent dieser Energie wird in den Bergkantonen Uri, Graubünden, Tessin und Wallis erzeugt.

Mehr zum Thema Wasserstrom gibt es in diesem Video:

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