30.06.2020 | Testen Sie Ihr Energiewissen (4)

Wenn aus Wind Strom wird

Als erneuerbare Energie erfreut sich die Windkraft steigender Beliebtheit, an Land und auf dem Meer. Auch die Energiestrategie 2050 sieht für die Schweiz einen starken Ausbau der Windenergie vor. Allerdings gibt es bei konkreten Projekten hierzulande stets lokalen Widerstand.  Axpo ist mit ihren Tochtergesellschaften CKW und Volkswind in der Windenergie aktiv. Was wissen Sie über Strom aus Windkraft? Hier geht’s zu unserem Test.

1. Wie hoch ist der Anteil der Windenergie an der Schweizer Stromproduktion?

A)    Knapp unter 10 %

B)    Knapp unter 5 %

C)    Weniger als 1 %

C – Weniger als 1 %

In der Schweiz liegt die durchschnittliche Produktionserwartung beim Strom aus Windkraft bei 128 Gigawattstunden Im Jahr 2018 betrug die Jahresproduktion der Windkraftanlagen in der Schweiz laut Statistik des Bundesamtes für Energie insgesamt 122 GWh. Dies entspricht dem Verbrauch von 36'500 Schweizer Haushalten oder weniger als 0.2% der Schweizer Stromproduktion. Wie es Axpo mit der Windkraft hält, kann man hier erfahren.

2. Wie viele Windkraftanlagen gibt es heute in der Schweiz?

A)    37

B)    130

C)    321

A – 37

Aktuell gibt es in unserem Land insgesamt 37 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 75 MW. Der grösste Windpark befindet sich auf dem Mont Crosin im Berner Jura bei St. Imier: Hier stehen 16 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 23,6 MW. Weitere Grossanlagen stehen u.a. im Rhonetal (VS), bei Entlebuch (LU) und auf dem Gütsch ob Andermatt (UR). Hier liest man mehr zur Windkraftanlage unserer Tochtergesellschaft CKW im Entlebuch.

Die CKW Windkraftanlage im Entlebuch ist die grösste der Zentralschweiz

3. Seit wann wird die Windkraft in der Schweiz kommerziell genutzt?

A)    1964

B)    1986

C)    1989

B – 1986

Die erste Windenergieanlage der Schweiz wurde 1986 beim Soolhof (Langenbruck) mit einer Leistung von 28 kW in Betrieb genommen. Sie wurde vom Ökozentrum Langenbruck betrieben. 

4. Wie hoch sind in der Regel Windkraftanlagen an Land?

A)    40 bis 70 Meter

B)    100 bis 130 Meter

C)    150 bis 200 Meter

B – 100 bis 130 Meter

Windkraftanlagen an Land, auch Onshore-Windräder genannt, sind vom Boden bis zur Nabe zwischen 100 und 130 Meter hoch – mit den Rotorblättern noch höher. Wie sie funktionieren, kann man in diesem Video verstehen.

Windkraftanlage: Gegner monieren, sie zerstörten das Landschaftsbild

5. Der Bund möchte die Windkraft gemäss Energiestrategie in der Schweiz stark entwickeln. Wieviel Strom soll es 2050 sein?

A)    600 GWh

B)    2000 GWh

C)    4000 GWh

C– 4000 GWh

In der Schweiz kann sich die Windenergie laut Bundesamt für Energie noch stark entwickeln: bis zum Jahr 2020 sollen Windenergieanlagen rund 600 GWh Strom pro Jahr produzieren. Bis 2050 sollen es 4000 GWh sein. Geeignete Standorte befinden sich auf den Jurahöhen, aber auch in den Alpen und Voralpen und im westlichen Mittelland. Allerdings ist dieses Ausbauziel sehr ambitioniert, wie dieser Artikel aufzeigt. Auch weil es lokal immer wieder Widerstand gegen die Anlagen gibt. Mehr dazu hier

6. Was ist die optimale Windgeschwindigkeit für die maximale Leistung einer Windturbine?

A)    8-10 m/s

B)    12-15 m/s

C)    20 bis 25 m/s

B – 12 bis 15 m/s

Windenergieanlagen machen sich die kinetische Energie der anströmenden Luft zu Nutze. Moderne Windkraftwerke bestehen aus dem Mast, der Gondel mit den maschinellen Einrichtungen und dem Rotor mit meist drei Rotorblättern. Sie beginnen ab einer Windgeschwindigkeit von 2 Metern pro Sekunde (m/s) zu rotieren. Ab 4 m/s produziert ein Windkraftwerk Strom. Die maximale Leistung wird bei 12 bis 15 m/s erreicht. Bei Sturm wird das Windrad in der Regel abgestellt, um Schäden zu vermeiden. Die Spitzen der Rotorblätter können Geschwindigkeiten über 200 km/h erreichen. Die Stromproduktion ist abhängig von der Windgeschwindigkeit (Stromproduktion proportional zur dritten Potenz der Windgeschwindigkeit). Bei einer Verdoppelung der Windgeschwindigkeit wird 23, also 8x mehr Energie produziert. Und: Jede Windkraftanlage füttert eine grosse Datenbank. Wozu kann man hier lesen.

7. Wie lange kann eine Windkraftanlage Strom produzieren (Lebensdauer)?

A)    Etwa 10 Jahre

B)    Etwa 20 Jahre

C)    Etwa 30 Jahre

B – Etwas 20 Jahre

Eine Windkraftanlage kann ungefähr 20 Jahre lang Strom erzeugen, bevor sie durch eine neue ersetzt werden muss.

Nahezu alle Komponenten moderner Windkraftanlagen, einschließlich des Turms, bestehen aus Stahl. Eine Ausnahme bilden lediglich die Rotorblätter, die in der Regel aus faserverstärkten Kunststoffen gebaut werden. Die Lebensdauer von Stahl lässt sich sehr gut berechnen. Zudem ist die Lebensdauer auch abhängig von der Stärke des Windes, der die Anlage durchschnittlich ausgesetzt ist.

8. Welche Stromquelle verursacht über ihren gesamten Lebenszyklus am wenigsten CO2-Emissionen?

A)    Kernkraft

B)    Windkraft

C)    Solarenergie

B – Windkraft

Windenergie verursacht in der Lifcycle-Betrachtung am wenigsten CO2 (13g CO2-eq/kWh), gefolgt von der Kernkraft (15g CO2-eq/kWh) und der Solarenergie (80g CO2-eq/kWh). Im Vergleich zu fossilen Brennstoffen wie Kohle (870g CO2-eq/kWh) ist jedoch auch die CO2-Bilanz der Solarenergie sehr gut. 

Windpark La Penuca in Spanien

9. Welches Land in Europa deckt seinen Energiebedarf am stärksten mit Windkraft?

A)    Deutschland

B)    Dänemark

C)    Portugal

B - Dänemark

2018 betrug die Produktion von Windkraft in der Europa 14 % des gesamten Stromverbrauchs (Quelle: WindEurope). Der Anteil von Windstrom am Strommix in Dänemark, dem EU-Spitzenreiter, betrug 2018 41 %, gefolgt von Irland mit 28 % und Portugal mit 24 %, während es in Deutschland 21 % sind. Und übrigens: China, USA, Deutschland, Indien, Spanien/Portugal und England sind die Länder, die den weltweiten Windenergiemarkt dominieren. China ist wie in der Solarenergie der bedeutendste Markt. Die höchsten Wachstumsraten verzeichnet derzeit die Region Asien.

10. Die Windstärke wird in Beaufort klassiert. Wieviele Stufen gibt es?

A)    8

B)    13

C)    15

B – 13

Die Beaufortskala (Bft) ist eine Skala zur Einteilung der Windstärke in 13 Stärkenbereiche von 0 (Windstille) bis 12 (Orkan) (Orkan), die nicht auf exakten Messungen sondern den beobachteten Auswirkungen des Windes basiert. Sie ist benannt nach Sir Francis Beaufort (1774-1857) und ein weit verbreitetes System zur Beschreibung der Windstärke. Übrigens: Stufe 6 ist stark, die Stufe 7 steht für steif, 8 gilt als stürmisch. Wie es mit der Schweiz als Windland aussieht, erfahren Sie hier.

8-10 richtige Antworten

Wirbelwind: Wind ist für sie nicht einfach bewegte Luft. Sie kennen sich in Sachen Windkraft ganz prima aus. Darauf dürfen Sie stolz sein.

 

4-7 richtige Antworten

Windbrecher: Ihrem Wissen geht es wie dem Wind – er weht leider nicht immer stark und stürmisch, manchmal ist es auch windstill. So durchzogen waren auch ihre Antworten. Wollen Sie das ändern? Dann informieren Sie sich hier über erneuerbare Energien und Windkraft.

 

1-3 richtige Antworten

Windlicht: Da hat es bei Ihnen wohl alles Wissen zum Thema vom Wind mit 13 Beaufort verweht und das Licht gelöscht. Das geht doch besser, oder? Hier gibt es Informationen zu erneuerbaren Energien und zu Windkraft.

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