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16.02.2026 | Wie Axpo Netze Arbeitssicherheit lebt

Sicherheit beginnt im Kopf

Stephanie Bos

Autorin

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Arbeitssicherheit ist ein zentraler Pfeiler nachhaltigen Wirtschaftens. Alexander Rosser, Sicherheitsbeauftragter bei der Division Netze von Axpo, erklärt, warum eine starke Sicherheitskultur Menschen schützt, Organisationen resilienter macht – und weshalb Vorbilder manchmal entscheidender sind als Vorschriften.

Welchen Stellenwert haben Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Division Netze?

Einen sehr hohen. Das zentrale Ziel ist die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Sicherheitskultur mit der klaren Vision «Destination Zero». Strategisch bedeutet das: weg von reiner Regelkonformität hin zu einem proaktiven Sicherheitsverständnis, das sich im täglichen Handeln zeigt.

Wo steht ihr heute in dieser Entwicklung?

Wir sind auf Stufe 3 der Safety Culture Ladder – regelorientiert, mit sehr soliden Rahmenbedingungen. Der nächste Schritt zu Stufe 4 ist anspruchsvoller: Es geht weniger um neue Vorgaben als um Verhalten. Genau hier liegt aktuell unser grösstes Potenzial.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind bei Axpo fester Bestandteil des gruppenweiten Nachhaltigkeitsreportings. In einer ESG‑Betrachtung (Environment, Social, Governance) fallen sie unter den Bereich «Social». Im Rahmen der jährlichen Berichterstattung legt Axpo jeweils offen, wie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz systematisch gemanaged werden, welche Verantwortungen bestehen, welche Massnahmen umgesetzt werden und wie die Performanz gemessen wird. Wer mehr erfahren will, findet den aktuellen Nachhaltigkeitsbericht hier

Was stärkt ein nachhaltiges Sicherheitsbewusstsein am wirkungsvollsten?

Präsenztrainings, Lernen aus Ereignissen und Coaching im Arbeitsalltag. Entscheidend ist aber das Vorbild der Führungskräfte. Sicherheitskultur lässt sich nicht verordnen – sie entsteht durch konsequentes, glaubwürdiges Handeln.

Wie messt ihr Sicherheit – und was sagt euch wirklich etwas über den Zustand aus?

Reaktive Kennzahlen wie Unfallzahlen zeigen, was bereits passiert ist. Für die Steuerung sind proaktive Massnahmen entscheidend, etwa Safety Walks. Ich vergleiche das gern mit dem Autofahren: Nach vorne schauen hilft, Unfälle zu vermeiden – der Rückspiegel nicht.

Wie geht ihr mit Unfällen oder Beinaheereignissen um?

Strukturiert und ohne Schuldzuweisungen. Wir analysieren Ursachen, definieren Massnahmen und setzen auf Lernen. Ziel ist immer, ähnliche Ereignisse künftig zu vermeiden.

Wo liegen die grössten Risiken im Netz- und Anlagenbetrieb?

Besonders kritisch sind Arbeiten in der Nähe unter Spannung stehender Teile, der Rückbau alter Anlagen mit unvollständiger Dokumentation, Arbeiten in der Höhe sowie Forstarbeiten entlang von Leitungstrassees. Hier setzen wir gezielt auf Schutzmassnahmen und Training.

Welche neuen Ansätze verfolgt die Division Netze aktuell im Bereich Arbeitssicherheit?

Ein Schwerpunkt ist die verhaltensbasierte Arbeitssicherheit. Mitarbeitende reflektieren ihr eigenes Verhalten, erhalten unmittelbares, positives Feedback und erleben Sicherheit als Wertschätzung – nicht als Kontrolle.

Was ist aus deiner Sicht der wichtigste Hebel für die Zukunft?

Sicheres Verhalten muss selbstverständlich werden. Das braucht Zeit, konsequente Führung und kontinuierliches Lernen. Wenn Sicherheit Teil der Haltung wird, steigt sie ganz automatisch mit der Effizienz.

Alexander Rosser, Sicherheitsbeauftragter Netze

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