27.03.2023 | Geschäftsführungsprüfung findet keine wesentlichen Mängel oder Beanstandungen

Zeit nach vorne zu schauen

Die von den Axpo-Eigentümern in Auftrag gegebene Geschäftsführungsprüfung rund um die Kreditlinie des Bundes bestätigt die Unternehmensführung. Es ist nun Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen und den Blick nach vorne zu richten. Axpo will Wert für ihre Aktionäre generieren und ihren Beitrag auf dem Weg in eine CO2-freie Zukunft leisten, sagt Verwaltungsratspräsident Thomas Sieber. 

Als Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine überfiel, wussten wir bei Axpo zwar, dass diese neue Weltkrise grosse Auswirkungen auf den bereits unter Druck stehenden Energiemarkt haben würde, aber wir ahnten nicht wie stark diese Auswirkungen auch uns betreffen würden. Nachdem die Strompreise auf das Zwanzigfache des langjährigen Niveaus angestiegen waren, musste Axpo am 2. September 2022 den Bund vorsorglich um eine Kreditlinie von vier Milliarden Franken anfragen, für den Fall, dass der Krieg unkontrolliert eskaliert. Bisher ist allerdings kein Franken geflossen und Axpo setzt alles daran, dass dies so bleibt.

Nach dem 6. September mussten wir schwere Kritik einstecken. Angesichts der raschen Vorgänge und der komplexen Thematik waren viele Fragen nachvollziehbar. Auch unsere Eigentümer, die Nordostschweizer Kantone und ihre Elektrizitätswerke, wünschten mehr Informationen und haben dazu die externe Prüfungsgesellschaft Deloitte mit einer Geschäftsführungsprüfung beauftragt. Zuhanden der Generalversammlung der Axpo-Eigentümer vom 27. März 2023 hat Deloitte nun ihren Schlussbericht erstellt.

Axpo-Eigentümer sprechen Unternehmensführung Vertrauen aus

Deloitte hat „keine wesentlichen Mängel oder Beanstandungen“ festgestellt. Es wird bestätigt, dass die Beantragung der Kreditlinie beim Bund auf die Absicherung der Schweizer Stromproduktion zurückzuführen ist. Auslöser waren die in hohem Mass aussergewöhnlichen Preisbewegungen im letzten Jahr. Deloitte hält fest, dass das internationale Handelsgeschäft signifikant Liquidität zugeführt und damit der Krise entgegengewirkt hat. Gemäss der Prüfungsgesellschaft verfügt Axpo über ein detailliertes und gut dokumentiertes Konzept für das Risikomanagement sowie über ein branchenübliches und detailliertes Liquiditätsmanagement-System. Neben diesen Bescheinigungen enthält der Bericht auch einige Anregungen zu Verbesserungspotentialen. Diese nehmen wir selbstverständlich auf, prüfen sie und setzen sie im Anschluss entsprechend um. Jede Organisation sollte daran arbeiten, sich ständig zu verbessern.

An der Generalversammlung haben die Aktionäre den Prüfungsbericht entgegengenommen und dem Management das  Vertrauen ausgesprochen.

Ich fühle mich durch die Prüfung in unserem Handeln und unseren Massnahmen bestätigt. Sie zeigt, dass die Axpo-Führung und Mitarbeitenden in der Krise richtig gehandelt haben. Den Mitarbeitenden, die in dieser turbulenten Zeit einen ausserordentlichen Job erbracht haben, gebührt der Dank des ganzen Verwaltungsrats.

Nach vorne blicken und diversifizierte Strategie weiterführen

Nun ist es wichtig, den Blick wieder nach vorne zu richten. Axpo wird ihre Strategie weiterführen und dadurch sowohl Wert für ihre Aktionäre und deren Bevölkerungen generieren als auch ihren Beitrag auf dem Weg in eine CO2-freie Zukunft leisten. Unsere nach Märkten und Geschäftsbereichen diversifizierte Strategie hat uns auch über die letzten Krisenmonate getragen. Sie hat drei Pfeiler: Das Schweizer Geschäft, der Ausbau der erneuerbaren Energien in ganz Europa sowie das internationale Kunden- und Handelsgeschäft.

Unserer Rolle als grösste Schweizer Stromproduzentin nehmen wir sehr ernst. Wir optimieren unsere Wasser- und Kernkraftwerke laufend. 70% der Investitionen der letzten 10 Jahre haben wir in der Schweiz getätigt. Wir wollen aber auch mehr Kapazitäten und bis 2030 1.2 Gigawatt Solarstrom zubauen, davon gut die Hälfte auf Freiflächenanlagen etwa in den Alpen. Auch den Ausbau von Wasser- und Windkraft sowie von Biomasse und neuen Technologien wie Wasserstoff werden wir weiter vorantreiben.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat gerade vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges weiter an Bedeutung gewonnen und der von Axpo im In- und Ausland vorangetriebene Ausbau bei alternativen Stromerzeugungs- und -Speichermethoden wird künftig in der Schweiz und in Europa zu einer unabhängigeren Energieversorgung beitragen.

Der Handel liefert wichtige Erträge, die einen grossen Teil der Investitionen in die Versorgungssicherheit und Energiezukunft der Schweiz überhaupt erst ermöglichen. Das in letzter Zeit vielkritisierte internationale Handelsgeschäft hat dabei wie erwähnt auch einen bedeutenden Beitrag zur Deckung des hohen Liquiditätsbedarfs für die Absicherung der Schweizer Produktion geleistet. Gleichzeitig stellen das Handelsgeschäft und das Feld der Erneuerbaren wesentliche Wachstumsopportunitäten dar, welche die Axpo braucht, um den Wegfall der Wasserkonzessionen und der Kernkraft zu kompensieren und den Wert und die Dividendenfähigkeit der Firma zu erhalten oder gar zu steigern.

Ich bin froh, können wir nun einen Schlussstrich ziehen unter die Frage, wie es zur Kreditlinie kam. Gleichzeitig ist mir auch klar, dass wir unser Engagement in ganz Europa und vor allem auch unsere Verbundenheit mit der Schweiz stärker zeigen müssen. Wir sind dankbar für das durch die Aktionäre ausgesprochene Vertrauen und setzen uns dafür ein, dass dieses auch in Zukunft gerechtfertigt bleibt und gestärkt wird. 

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