Wie verlief dein bisheriger beruflicher Weg und welche Stationen waren dabei besonders prägend für dich?
Durch mein Interesse, Zusammenhängen wirklich auf den Grund zu gehen, habe ich mich für ein Mathematikstudium entschieden und dabei schnell gemerkt, dass meine Leidenschaft weniger der reinen Theorie als ihrer praktischen Anwendung gilt. Meine ersten praktischen Erfahrungen konnte ich als Werkstudent bei einem deutschen Automobilzulieferer im Bereich vorausschauende Wartung (predictive maintenance) sammeln. Dort habe ich gelernt, wie sich statistische Modelle und Machine-Learning-Methoden konkret in einer industriellen Umgebung einsetzen lassen.
Über meine Masterarbeit hat es mich anschliessend in den medizinischen Bereich gezogen. In einem Forschungsprojekt zur Vorhersage von Herzrhythmusstörungen konnte ich mein statistisches Wissen einbringen und weiter vertiefen.
Im Juni 2026 habe ich bei Axpo als Praktikant Packaging Optimization begonnen. Diese Station ist für mich besonders prägend, weil ich hier meine vorherigen Erfahrungen aus Industrie und Forschung mit einem neuen, anspruchsvollen Anwendungsfeld verbinden kann.
Mit welchen Aufgaben und Projekten warst du während deines Praktikums betraut?
Im Kern ging es darum, Behälter möglichst optimal mit Teilen beliebiger Geometrie zu befüllen. Dazu habe ich
• bestehende wissenschaftliche und industrielle Ansätze untersucht und auf den spezifischen Anwendungsfall angepasst,
• eine virtuelle Simulationsumgebung entwickelt, in der verschiedene Methoden systematisch verglichen und bewertet werden können,
• mithilfe der Umgebung den besten der Ansätze identifiziert und die gewonnenen Erkenntnisse mit weiteren Teams geteilt, um zukünftige Prozesse sicherer planen zu können.
Durch 3D gedruckte Nachbildungen der Teile und des Behälters konnte ich die manuelle, intuitive Beladung durch den Menschen simulieren, um sie mit dem algorithmischen Verfahren des Computers zu vergleichen.
Wieso hast du dich für ein Praktikum im Bereich der Digitalen Transformation bei Nuklear (KGD) entschieden?
Das Praktikum hat für mich schlichtweg perfekt gepasst. Mich hat vor allem die offene Problemstellung und die damit verbundene Herausforderung gereizt. KGD bietet eine technologieoffene und gleichzeitig stark praxisorientierte Umgebung, was genau das richtige Umfeld ist, um ein solches Projekt von der Idee bis zu einem belastbaren Ansatz zu entwickeln.
Thematisch gab es mehrere Überschneidungen zu meinen bisherigen Projekten, insbesondere was algorithmische Optimierung angeht. Dadurch war das Praktikum sehr gut mit meinen Interessen und Fähigkeiten deckungsgleich und bot eine Herausforderung, die mich fachlich weitergebracht hat.
Welche Kompetenzen oder Fähigkeiten konntest du im Rahmen des Praktikums besonders weiterentwickeln?
Zum einen konnte ich mein Verständnis für die algorithmische Umsetzung einer Behälterbeladung deutlich schärfen und viele praktische Erkenntnisse sammeln, welche als Details in der Theorie oft untergehen, in der Praxis aber entscheidend sind.
Zum anderen habe ich meine Fähigkeiten in der Entwicklung und Strukturierung von Python-Codebasen weiter ausgebaut. Vom Prototypen ausgehend, konnte ich ein sauberes und wartbares Projekt übergeben.
Ausserdem habe ich einen ersten Einblick in die Arbeit im nuklearen Umfeld gewonnen und ein besseres Verständnis für die speziellen Rahmenbedingungen und Herausforderungen entwickelt, die dort bei der Planung und Umsetzung technischer Lösungen zu beachten sind.
Besonders wertvoll war die Abschlusspräsentation: Sie ermöglichte mir, meine Erkenntnisse zu bündeln, strukturiert darzustellen und kritisch zu hinterfragen. Dies hat meine analytischen und Kommunikationsfähigkeiten weiter geschärft.
Würdest du dich erneut für ein Praktikum bei KGD entscheiden – und warum?
Ich würde mich auf jeden Fall wieder für ein Praktikum bei KGD entscheiden. Einerseits, weil die Themen extrem spannend und relevant sind: Man arbeitet an Fragestellungen, die das Potential haben die Zukunft mitzugestalten. Andererseits habe ich vom ersten Tag an eine sehr herzliche Aufnahme im Team erlebt. Die Kombination aus fachlich interessanten Herausforderungen und einem offenen, unterstützenden Umfeld macht das Praktikum für mich zu einer Erfahrung, die ich jederzeit wiederholen würde.