02.09.2021 | Studie von EnergieSchweiz zu Photovoltaik

Solar: Preise in der Schweiz sinken

Der Bau von Solaranlagen in der Schweiz wird günstiger. Das zeigt eine Studie im Auftrag von EnergieSchweiz. Die Preise sanken im Vergleich zum Vorjahr zwischen 5 und 15 Prozent – je nach Grösse der Anlage. Das ist positiv. Doch für den geplanten Zubau gemäss Energiestrategie 2050 braucht es bei den vom Bundesrat vorgeschlagenen Fördermassnahmen – vor allem für grosse Anlagen – mehr Tempo und eine auktionierte, gleitende Marktprämie nach internationalem Vorbild.

Der Photovoltaik-Zubau in der Schweiz ist gegenüber dem Vorjahr um fast 50 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 493 Megawatt angestiegen. Das zeigt die Statistik Sonnenenergie 2020. Insgesamt waren per Ende 2020 Solarpanels mit einer Leistung von nahezu 3 GW installiert, die 4,7 Prozent des Strombedarfs der Schweiz von rund 56 Terrawattstuden (TWh) abdeckten.

Doch um die gemäss Energiestrategie 2050 gesetzten Ziele zu erreichen, müsste der Ausbau der Solarenergie um den Faktor 4 bis 5 beschleunigt werden – und es braucht auch grössere Anlagen.

Solaranlagen werden günstiger

Die Preisbeobachtungsstudie 2020, welche das Beratungsunternehmen Planair im Auftrag von Energie-Schweiz erstellt hat, zeigt einen Rückgang der Preise bei allen Solaranlagen. Untersucht wurden dabei in erster Linie sogenannte Aufdach-Anlagen. Bei den grössten gab es im Vergleich mit dem Vorjahr ein Minus von rund 15 Prozent, Anlagen von 100kWp kosten 1o Prozent weniger, Anlagen von 30 kWp und darunter waren 5 Prozent günstiger Das heisst: mit zunehmender Grösse sinken die Kosten.

Das trifft aber nicht auf grosse Solaranlagen über 1000 kWp zu. Allerdings sind die Studiendaten hier nur bedingt aussagekräftig, da «die Daten in diesem Bereich nicht repräsentativ sind», schreibt das Bundesamt für Energie (BFE) dazu auf energeiaplus (Mehr Details siehe Studie).

Neues Förderregime

Der Bau von kleinen Solaranlagen mit einer Stromproduktion für den Eigenverbrauch wurde bereits bisher mittels einer sogenannten Einmalvergütung gefördert. Nun hat der Bundesrat neue Fördermassnahmen verabschiedet und diese vor den Sommerferien vorgestellt. Gemäss Botschaft zum Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung soll im Bereich Solar der Bau von kleineren PV-Anlagen weiter mit einer Einmalvergütung unterstützt werden. Dies, so glauben die Fachleute des BFE sei ausreichend, um den bis 2035 gewünschten Zubau an Solarstrom von heute knapp 3 auf 14 TWh zu erreichen. Auch grosse Solaranlagen sollen gemäss Bundesrat neu gefördert werden – und zwar mittels Einmalvergütungen, deren Preis an Auktionen festgelegt wird.

Axpo begrüsst Stossrichtung, nicht aber Tempo und Massnahmen.

In seinem Gesetzesentwurf sieht der Bundesrat Investitionsbeiträge für alle erneuerbaren Energien vor. Diese können zwar, wenn sie genügend hoch sind, den gewünschten Zubau herbeiführen. Da die Investoren dabei aber für jede Anlage das volle Preisrisiko über Jahrzehnte tragen müssen, sind sie gezwungen, entsprechende Risikoprämien in ihre Kalkulationen aufzunehmen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Strompreise massgeblich durch politische, kaum kalkulierbare Entscheide auf europäischer Ebene beeinflusst werden. Die höheren Risikoprämien senken die Fördereffizienz und führen zu einem höheren Bedarf an Fördermitteln. Zudem sind Investitionsbeiträge in der Umsetzung mit hohem administrativen Aufwand verbunden, etwa um Gesuche zu prüfen und Auflagen zu kontrollieren.

Bessere Alternative

In ihrer Vernehmlassungsantwort zum Energiegesetz und zusammen mit der Allianz Schweizer Energiewirtschaft hat Axpo ein alternatives Instrument vorgeschlagen: Eine auktionierte, gleitende Marktprämie nach internationalem Vorbild. Ein intensiver Wettbewerb zwischen den Auktionsteilnehmern würde eine Überförderung verhindern und dazu führen, dass die Investoren einen Teil des Marktpreisrisikos auf sich nehmen, um den Zuschlag zu erhalten.

Auch würden durch die Ausschreibung nur die effizientesten Anlagen realisiert und es entstünde keine Warteliste. Dieses System wird in vielen Ländern, beispielsweise in Frankreich und Deutschland, erfolgreich angewandt.

Mehr Winterstrom

Axpo nimmt zur Kenntnis, dass der Bundesrat die Anregung, die Stromproduktion im Winterhalbjahr mit einem zusätzlichen Beitrag zu fördern, in die Vorlage aufgenommen hat. Doch Axpo ist nach wie vor überzeugt, dass das Instrument einer auktionierten, gleitenden Marktprämie mit differenzieren Vergütungssätzen für die Sommer- und Wintermonate höhere Anreize für Investoren zur Optimierung der Winterproduktion setzen und mehr Planungssicherheit bieten würde.

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