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22.06.2026 | Bedeutende Investition für mehr erneuerbaren Strom aus Wasserkraft

Aarekraftwerk Klingnau: Rundumerneuerung nach über 90 Jahren Schwerstarbeit

Seit über 90 Jahren produziert das Aarekraftwerk Klingnau zuverlässig Strom. Axpo und AEW Energie AG investieren rund 105 Millionen Franken in eine umfassende Erneuerung und sichern so den Betrieb für weitere 50 Jahre. Zudem erhöht sich die Stromproduktion um 11 Prozent auf 230 Millionen Kilowattstunden. Die Arbeiten haben im Frühling 2026 begonnen und werden rund sechs Jahre dauern.

Das Aarekraftwerk Klingnau liegt idyllisch beim Naturschutz- und Naherholungsgebiet Klingnauer Stausee. Täglich nutzen zahlreiche AusflüglerInnen und SportlerInnen den Wander- und Radweg, der mitten durch das Kraftwerkareal führt. Was sie aktuell zu sehen bekommen, sind die Vorzeichen eines Grossprojekts, das die nächsten sechs Jahre dauern wird. Axpo und AEW haben die Rundumerneuerung des Aarekraftwerks Klingnau gestartet. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis 2032 und machen das Kraftwerk fit für weitere 50 Jahre Stromproduktion. 

Operation am offenen Herzen

Kernstück ist die Erneuerung der drei Turbinen und Generatoren – eine Investition von rund 71 Millionen Franken. Nach über 90 Jahren Schwerstarbeit hat die Technik ihre Grenzen erreicht. «Bei den Generatoren haben Stator- und Rotorwicklungen ihre technische Lebensdauer überschritten. Bei den Turbinen sind Bauteile nach der langen Betriebsdauer verschlissen», erklärt André Kaufmann, Betriebsleiter des Aarekraftwerks Klingnau. Ein Projekt mit einigen Herausforderungen, wie Kaufmann sagt. «Die Maschinengruppen, also Turbinen und Generatoren, werden zum ersten Mal nach 90 Jahren Betrieb in die Maschinenhalle hochgezogen». Dabei erfolgen die Arbeiten gestaffelt, quasi eine Operation am offenen Herzen. «Wir arbeiten immer nur an einer der drei Maschinengruppen, die anderen beiden bleiben in Betrieb und produzieren weiterhin Strom». Jede Maschinengruppe ist jeweils rund 15 Monate ausser Betrieb.

Nach der Erneuerung kann das Aarekraftwerk Klingnau jährlich rund 230 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren – das ist 11 Prozent mehr als vor der Erneuerung und entspricht dem Strombedarf von über 55'000 Vierpersonenhaushalten.

Mehr als «nur» neue Maschinen: Eine Rundumerneuerung

Die Erneuerung beschränkt sich nicht auf Turbinen und Generatoren. Insgesamt werden 105 Millionen Franken in die Gesamtsanierung des Kraftwerks investiert. Dazu gehören:

Im Maschinenhaus: Ersatz der beiden Krane im Maschinensaal sowie Anpassungen an Leittechnik, Spannungsregler, Turbinenregler und Eigenbedarfsversorgung – das "Gehirn" und das "Nervensystem" des Kraftwerks.

Rundherum: Die Stauwehrantriebe werden saniert, neue Rechenreinigungsmaschinen installiert. Die Einlaufrechen werden ersetzt.

Für die Natur: wird zusätzliche eine neue, hochmoderne Fischaufstiegsanlage mit vier Einstiegen und Lockstrompumpen erstellt, welche es den Fischen ermöglicht, flussaufwärts zu wandern. Dabei soll auch eine Sperre gegen die invasive Fischart Schwarzmeergrundel installiert werden. Baukosten: rund 12,9 Millionen Franken.

Wander- und Radweg wird verlegt

Der öffentliche Wanderweg durch das Kraftwerksareal wird neu geführt. Statt über die oberwasserseitige Brücke am Maschinenhaus verläuft er künftig über die Trafobrücke und um das Werksgelände herum – dies vor allem aus Gründen der Sicherheit, weil Kraftwerksbetrieb und Freizeitaktivitäten dadurch neu getrennt werden können. Saniert werden auch die beiden Binnenkanalbrücken, die dadurch eine höhere Tragfähigkeit erhalten. André Kaufmann verrät noch eine weitere, augenfällige Sanierungsmassnahme: «Das Maschinenhaus wird einen neuen Anstrich erhalten». Die Farbe aber bleibt vorerst geheim – man darf gespannt sein.

Mehr Informationen

Aarekraftwerk Klingnau

Das Aarekraftwerk Klingnau ist ein Partnerwerk, welches von Axpo (60%) und AEW Energie AG (40%) betrieben wird. Die Konzession wurde 2015 erneuert und läuft 60 Jahre bis 2075. 

Das Aarkraftwerk Klingnau ist das unterste Wasserkraftwerk im Flusslauf der Aare. Es liegt zwischen den Aargauer Gemeinden Klingnau und Koblenz. Die Anlage steht im Landschaftsschutzgebiet Aarelandschaft bei Klingnau, das im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung verzeichnet ist.

Das Kraftwerk verfügt über drei Kaplanturbinen mit je 14 MW Leistung. 

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