01.06.2026 | Brennstoffbeschaffung
2022 griff Russland die Ukraine an. In der Folge hat Axpo so schnell es ging ihre Lieferkette diversifiziert. Die Brennstoffversorgung der Kernkraftwerke Leibstadt und Beznau ist dank strategischer Reserven schon seit 2022 nicht mehr auf russische Quellen angewiesen. Und seit 2025 bestehen neue Verträge.
Hier gibt es die Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Wie war die Situation vor der Invasion der Ukraine?
Axpo Power AG verfügte für das Kernkraftwerk Beznau (KKB) über einen Vertrag für die Lieferung von Brennelementen mit Framatome GmbH (Deutschland). Dies ist die in Deutschland ansässige Tochtergesellschaft des französischen Unternehmens Framatome. Dabei wurde Uran aus russischen Quellen verarbeitet.
Das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) bezog zur Hälfte Uran aus russischen Quellen. Die andere Hälfte stammte von einem westeuropäischen Lieferanten.
Diese Verträge wurden lange vor der Aggression Russlands abgeschlossen, teilweise vor 2014.
Was hat Axpo nach der Invasion gemacht?
Unmittelbar nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022 beschloss Axpo, konzernweit keine neuen Verträge mit russischen Lieferanten abzuschliessen und bestehende nach Möglichkeit zu beenden. Dies gilt nicht nur für Uran, sondern für alle Vertragsverhältnisse.
Das Kernkraftwerk Leibstadt stoppte sobald als möglich nach der Invasion den Bezug von Uran aus Russland. Axpo bezog weiterhin Uran von Framatome.
Bis heute gibt es im Kernenergiebereich keine Sanktionen gegen russische Lieferanten. Warum ist das wichtig?
Sanktionen hätten es Axpo erlaubt, den Vertrag mit Framatome betreffend Beznau anders abzuwickeln, auszusetzen oder zu beenden, ohne das Risiko hoher Schadenersatzzahlungen einzugehen. Solche Zahlungen hätten letztlich Russland begünstigt und die Aktionäre von Axpo – also die Kantone und deren Bevölkerung – geschädigt. Darum hat Axpo entschieden, den Vertrag nicht auszusetzen oder zu beenden – aber unter Hochdruck angefangen, Verträge ohne russische Lieferanten auszuhandeln.
Wichtig: Die Kernkraftwerke Beznau und Leibstadt waren aufgrund von Reserven seit 2022 nicht mehr auf Lieferungen von russischen Lieferanten oder Unterlieferanten angewiesen. Das heisst, es gab seit 2022 und gibt auch heute noch keine Abhängigkeit von russischen Quellen.
Konnte Axpo dann neue Verträge abschliessen?
Ja. Im Februar 2025 konnte Axpo nach umfangreichen und komplexen Verhandlungen neue Verträge zur Brennstoffbeschaffung mit Uranförderunternehmen aus Kanada und Kasachstan abschliessen und damit die Lieferkette gezielt diversifizieren. Das beschaffte Uran wird in mehreren Ländern weiterverarbeitet: Frankreich, Deutschland, Niederlande, Vereinigtes Königreich, Kanada und USA.
Aus den Verträgen mit Kazatomprom entstehen keine finanziellen Flüsse nach Russland oder an russische Parteien.
Wie ist die Situation heute?
Die Kernkraftwerke Beznau und Leibstadt sind seit 2022 nicht mehr auf Lieferungen von russischen Lieferanten oder Unterlieferanten angewiesen, denn erstens verfügen sie über Reserven und zweitens wurden 2025 neue Verträge abgeschlossen.
Heute erfolgen keine Lieferungen mehr aus Russland. Der eingangs erwähnte Vertrag mit Framatome konnte angepasst werden.
KKB und KKL verfügen über Reserven, welche noch Uran aus russischen Quellen beinhalten. Die Kernkraftwerke werden dieses weiterhin verwenden, da es sich bereits in ihren Beständen befindet und ein Nichtverwenden sowohl die Versorgungssicherheit der Schweiz gefährden könnte als auch einen finanziellen Schaden für die Aktionäre von Axpo – also die Kantone und deren Bevölkerung – bedeuten würde.