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Nach umfangreichen Prüfungsarbeiten hat Axpo am 4. Dezember 2024 entschieden, dass Block 2 des Kernkraftwerks Beznau (KKB) noch bis 2032 und Block 1 noch bis 2033 am Netz bleiben werden. Danach werden sie ausser Betrieb genommen und stillgelegt. Dieser Entscheid fiel unter Berücksichtigung der technischen, organisatorischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkte.  

Grosser Beitrag an die Versorgungssicherheit

Das Kernkraftwerk Beznau ist seit 1969 am Netz und produziert pro Jahr sicher und emissionsarm knapp 6 Terawattstunden Strom mit einem hohen Winteranteil. Dies entspricht dem Verbrauch von 1,3 Millionen Vierpersonenhaushalten. Damit leistet das Werk bis zu seiner Ausserbetriebnahme mit seinen Mitarbeitenden einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Schweiz.

Stilllegung mit Eigenpersonal

Die Mitarbeitenden des KKB sind für Axpo zentral. Stilllegung und Rückbau werden soweit wie möglich mit den eigenen Mitarbeitenden bewerkstelligt. Darüber hinaus werden zusätzliche Rekrutierungen sowie die Beauftragung von Dritten notwendig sein. 

Das Stilllegungsverfahren

Für die endgültige Ausserbetriebnahme eines Kernkraftwerks müssen die Betreiber ein Stilllegungsprojekt ausarbeiten und  beim Bundesamt für Energie (BFE) einreichen. Das BFE koordiniert das Stilllegungsverfahren und holt die Stellungnahmen verschiedener Bundesbehörden ein: dazu zählen insbesondere das ENSI, BAFU, ARE sowie kantonale Behörden. Ist diese Prüfung erfolgreich durchgeführt, erlässt das zuständige Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) die Stilllegungsverfügung.

Das ENSI überwacht nicht nur den Betrieb der Kernkraftwerke, sondern auch alle Stilllegungsarbeiten vom Nachbetrieb bis zum Abschluss des Rückbaus. Der Schutz von Bevölkerung, Personal und Umwelt wird auch bei der Stilllegung der Kernkraftwerke zu jeder Zeit gewährleistet.

Die Stilllegung von Kernkraftwerken ist in technischer Hinsicht gelöst und erfolgt in bewährten und sicheren Verfahren. Weltweit wurden bereits über 200 Anlagen stillgelegt. Für speziell benötigte Arbeiten gibt es spezialisierte Unternehmen mit grosser Erfahrung.

1-2%

der Rückbaumasse muss im Tiefenlager der Nagra gelagert werden.

5,9

Mrd. CHF kosten die Stilllegung und Entsorgung des Kernkraftwerks Beznau.

Ca. 15

Jahre nach Beginn des Rückbaus kann das Gelände industriell oder naturnah genutzt werden.

Wie passiert die Stilllegung?

Entscheid zur Ausserbetriebnahme

Axpo reicht Stilllegungsprojekt für KKB ein

KKW Beznau schaltet Block 2 ab

KKW Beznau schaltet Block 1 ab

Brennelemente befinden sich im Zwischenlager

Anlage ist frei von Radioaktivität

Stilllegung und Rückbau sind abgeschlossen

Mit der endgültigen Einstellung des Leistungsbetriebs beginnt die Stilllegung. Während des nuklearen Rückbaus wird die Anlage Schritt für Schritt zurückgebaut, bis sämtliches radioaktives Material vom Areal entfernt ist und das ENSI bestätigt, dass die Anlage keine radiologische Gefahrenquelle mehr darstellt. Der Rückbau des KKW Beznau dauert bis Mitte der 2040er-Jahre. Ein genauer Zeitplan wird mit dem Stilllegungsprojekt ausgearbeitet. Das Gelände des Kraftwerkareals kann anschliessend neu genutzt werden. 

Von innen nach aussen

Der nukleare Rückbau erfolgt von innen nach aussen. Als erstes werden die Brennelemente aus der Anlage entfernt und dafür in Transport- und Lagerbehälter verpackt. Da das Kernkraftwerk Beznau am Standort ein eigenes Zwischenlager (Zwibez) betreibt, entfällt der sonst übliche Transport ins zentrale Zwischenlager (Zwilag) in Würenlingen. Auch schwach und mittelaktive Betriebsabfälle werden fachgerecht verpackt und grösstenteils ins Zwibez gebracht. Ein kleiner Anteil der Abfälle geht ins Zwilag. Wenn nach rund vier Jahren alle Brennelemente aus dem Kernkraftwerk ins Zwibez verbracht sind, ist auch die wichtigste Quelle der Radioaktivität aus dem Reaktorgebäude entfernt. Bereits in einer frühen Phase werden Systeme und Anlagekomponenten ausser Betrieb genommen oder an die neuen Erfordernisse angepasst. 

Beim Rückbau werden die nichtradioaktiven Materialien aussortiert und wie herkömmliche Abfälle rezykliert oder entsorgt. Materialien, auf denen sich radioaktive Stoffe abgelagert haben, werden gereinigt (dekontaminiert) und nach der Freimessung ebenfalls soweit möglich auf den herkömmlichen Wegen rezykliert oder entsorgt.

Nur ein kleiner Teil der Rückbaumasse wird später in das geologische Tiefenlager der Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) verbracht.

Bereit für die Nachnutzung

Rund neun Jahre nach der Brennelementfreiheit ist die Anlage ganz frei von radioaktivem Material. Wenig später können die Behörden offiziell feststellen, dass das KKB keine radiologische Gefahrenquelle mehr darstellt. Das Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks gilt dann als normales Industrieareal und wird weiter genutzt werden. Die Nachnutzung ist noch offen. Das Zwibez wird auf dem Areal bestehen bleiben, bis die Abfälle ins geologische Tiefenlager transportiert werden. Anschliessend wird auch das Zwibez zurückgebaut. 

Finanzierung

Die Finanzierung von Nachbetrieb und Stilllegung sowie der Entsorgung der radioaktiven Abfälle ist in der Schweiz gesetzlich umfassend geregelt und gesichert. Axpo als Betreiberin des KKB trägt sämtliche mit Nachbetrieb, Stilllegung und Entsorgung verbundenen Kosten. Dazu zahlt Axpo während der Betriebszeit in zwei vom Bund überwachte Fonds ein: den Stilllegungs- und den Entsorgungsfonds. Die Nachbetriebskosten für den Zeitraum zwischen der Endgültigen Einstellung des Leistungsbetriebs bis zur Kernbrennstofffreiheit, werden direkt durch Axpo getragen.

Details zur Finanzierung finden Sie auf stenfo.ch.

FAQ

Das KKB 2 wird im Jahr 2032 und das KKB 1 im Jahr 2033 ausser Betrieb gehen.

Nein. Die Ausserbetriebnahme und die Stilllegungsplanung benötigen einen zeitlichen Vorlauf. Der Entscheid der Axpo, das KKB 2032/33 vom Netz zu nehmen, ist definitiv. 

Verantwortlich ist Axpo, welche das KKB betreibt. Sie muss das Stilllegungsprojekt erarbeiten, einreichen und den Rückbau finanzieren und durchführen. Das ENSI beurteilt die nukleare Sicherheit und erstellt ein sicherheitstechnisches Gutachten; die Stilllegungsverfügung wird vom zuständigen Departement (UVEK; Verfahrensfüher ist das BFE) erlassen.

Der Rückbau des KKW Beznau dauert bis Mitte der 2040er-Jahre. Ein genauer Zeitplan wird mit dem Stilllegungsprojekt ausgearbeitet.

Das Kernkraftwerk Beznau erfüllt höchste Sicherheitsanforderungen. Axpo hat seit Inbetriebnahme über 2.5 Milliarden Franken in die Nachrüstung und Modernisierung investiert. 

Die Mitarbeitenden im KKW Beznau sind für uns unverzichtbar – über den laufenden Betrieb hinaus. Deshalb werden wir auch bei Stilllegung und Rückbau auf unsere eigenen Mitarbeitenden zählen. 

Die Brennelemente bleiben nach der Abschaltung zunächst in den Brennelementlagerbecken am Standort Beznau, bis sie ausreichend abgeklungen sind. Danach werden sie in Transport- und Lagerbehältern im Zwischenlager Beznau ZWIBEZ bis zur Verbringung in das geologische Tiefenlager zwischengelagert.  

Radioaktives Material wird nach der Demontage erfasst und sortiert. Ein grosser Teil des Materials ist nach der Dekontamination frei von Radioaktivität und wird in den konventionellen Stoffkreislauf zurückgeführt. Ein kleinerer Teil des Materials wird als radioaktiver Abfall konditioniert und in tiefenlagerfähige Behälter verpackt. Diese werden zunächst zwischengelagert und später im geologischen Tiefenlager eingelagert. Die radiologisch relevanten Arbeiten unterstehen der Aufsicht des ENSI.

Nein. Weit über 90 % des Abfalls können dekontaminiert und freigemessen werden. Ziel ist, Abfälle zu minimieren und radiologisch belastetes Material fachgerecht und sicher zu entsorgen. 

Die Betreiberin muss nachweisen, dass vom Standort nach Abschluss der Stilllegung keine radiologische Gefährdung mehr ausgeht. Das ENSI prüft die sicherheitstechnischen Aspekte und überwacht die Stilllegung. Erst wenn die gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind, gilt das Areal des Kernkraftwerks Beznau nicht mehr als Kernanlage.

Über die Nachnutzung des Areals wird unabhängig von der Stilllegung und zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Der Entscheid hat keinen unmittelbaren Einfluss auf die Schweizer Strompreise. Das Werk produziert noch lange zuverlässig CO2-armen Strom. 

Axpo hat sich intensiv mit der Frage des künftigen Strommixes befasst und 2026 die Axpo Energy Reports publiziert. Hier gibt es mehr Informationen:

Axpo Energy Reports 

Wie der Rückbau in Mühleberg vor sich geht, kann man hier bei der BKW nachlesen.