08.10.2026 - In den kommenden Jahren und Jahrzehnten laufen die Konzessionen zahlreicher Wasserkraftwerke aus. Für Gemeinden und Kantone als Besitzer der Wasserrechte sind damit weitreichende Entscheide über Heimfall, künftige Beteiligungen, Betrieb, Vermarktung und Risikotragung verbunden. Als grösste Wasserkraftproduzentin der Schweiz hat Axpo ein White Paper «Erneuerung von Wasserkraftkonzessionen: Chancen & Herausforderungen» erarbeitet Es dient als sachliche Orientierungshilfe für die Gemeinwesen und enthält umfassende Hintergrundinformationen.
Darum geht’s:
Beim Ablauf einer Konzession stehen dem Gemeinwesen grundsätzlich zwei Wege offen: Es kann den Heimfall ausüben und das Wassernutzungsrecht anschliessend neu vergeben oder es kann auf den Heimfall verzichten und die Konzession erneuern. In beiden Varianten kann die künftige Beteiligung neu ausgestaltet werden. Welche dieser Möglichkeiten ausgeübt wird, hängt von vielen und komplexen Faktoren ab. Das Axpo White Paper «Erneuerung von Wasserkraftkonzessionen: Chancen & Herausforderungen» vermittelt einen systematischen Überblick über diese zentralen Fragestellungen, die sich für Gemeinden und Kantone beim Ablauf von Wasserkraftkonzessionen stellen. Es richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit und insbesondere an politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger und soll eine sachliche Grundlage für weiterführende Abklärungen und Entscheidungsprozesse schaffen.
Im Zentrum steht die Frage, wie Gemeinden und Kantone ihre zukünftige Rolle bei Wasserkraftwerken gestalten können. Das White Paper stellt Heimfall und Heimfallverzicht gegenüber und vergleicht unterschiedliche Beteiligungsmodelle. Es zeigt auf, dass eine höhere öffentliche Beteiligung zusätzliche Mitsprache und eine stärkere Teilhabe an möglichen Erträgen ermöglichen kann. Gleichzeitig gehen damit höhere finanzielle und marktwirtschaftliche Risiken, Kapitalbedarf sowie operative, technische, regulatorische, haftungsbezogene und organisatorische Verantwortlichkeiten einher.
Als möglicher Mittelweg wird die Erfolgsbeteiligung vorgestellt, die beispielsweise marktbasiert ausgestaltet werden kann. Sie erlaubt es dem Gemeinwesen, seine Beteiligung bedarfsgerecht auszugestalten und zusätzlich an der Wertschöpfung der bei bisherigen Partnern verbleibenden Anteile teilzuhaben. Gleichzeitig bleiben bewährtes Fachwissen, bestehende Betriebsstrukturen und Synergien erhalten. Das White Paper empfiehlt insbesondere eine frühzeitige Planung, eine realistische Einschätzung der eigenen finanziellen und personellen Möglichkeiten, eine angemessene Risikostreuung, die Prüfung partnerschaftlicher Modelle sowie klare und transparente Governance-Strukturen.
«Konzessionserneuerungen sind Generationenentscheide. Unser Ziel ist, Gemeinden und Kantonen eine belastbare Grundlage zu geben, damit sie Chancen und Risiken der unterschiedlichen Modelle sorgfältig abwägen können», sagt Viktor Lir, Leiter Asset Management Hydroenergie & Biomasse und Mitautor des White Papers.
Das White Paper «Erneuerung von Wasserkraftkonzessionen: Chancen & Herausforderungen» ist in Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch verfügbar.
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