Starke operative Leistung – Entwicklung an Finanzmärkten belastet Ergebnis

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08.06.20 - Das Halbjahresergebnis 2019/20 der Axpo Gruppe (1. Oktober 2019 bis 31. März 2020) ist von zwei Faktoren geprägt: von einer starken, gegenüber der Vorjahresperiode nochmals gesteigerten operativen Leistung sowie vom negativen Einfluss der Wertschwankungen an den Finanzmärkten. Besonders die Fonds für Stilllegung und Entsorgung der Kernkraftwerke (STENFO) belasteten die Ergebnisse mit 389 Mio. CHF. Während im Betriebsergebnis trotz der Covid-19-Krise nur ein leicht rückläufiger Gewinn von 329 Mio. CHF realisiert wurde, resultierte im Unternehmensergebnis ein Verlust von 24 Mio. CHF.

  • Axpo hielt den Betrieb ihrer Kraftwerke und Netze auch während der Corona-Krise jederzeit und ohne Einschränkungen aufrecht
  • Starke operative Leistung dank Rekordergebnis des Geschäftsbereichs Trading & Sales und der guten operativen Ergebnisbeiträge des Geschäftsbereichs Assets sowie von CKW
  • Negativer Einfluss auf das Unternehmensergebnis aufgrund der Verwerfungen an den Finanzmärkten im Zuge der Pandemie-Krise im Februar und März 2020
  • Fortschritte beim Ausbau des Wind- und Photovoltaikgeschäfts 

Christoph Brand, der am 1. Mai 2020 die operative Leitung als CEO der Axpo Holding AG übernahm, sagt dazu: «Axpo reagierte schnell und gut auf die Covid-19-Pandemie und hat sie operativ bisher erfolgreich bewältigt. Das ist vor allem dem grossen Einsatz und der Flexibilität unserer Mitarbeitenden zu verdanken. Das starke operative Ergebnis im ersten Halbjahr 2019/20 zeigt, dass Axpo entlang der gesamten Wertschöpfungskette gut aufgestellt ist und insbesondere auch vom starken Auslandgeschäft mit einem führenden Handel und einer Vernetzung von Produktion, Handel und Kundenlösungen profitiert.» 

Chancen des Marktes in allen Handelsbereichen genutzt

Die Gesamtleistung erhöhte sich im ersten Halbjahr 2019/20 auf 2787 Mio. CHF (+236 Mio. CHF gegenüber Vorjahr) auf Grund des höheren Stromumsatzes und des signifikant höheren Handelsergebnisses. Hier wurden in allen Handelsbereichen die Chancen des Marktes genutzt. Unter Ausklammerung der durch die Pandemie bedingten Einflüsse weist Axpo ein starkes operatives Ergebnis aus: Es stieg auf vergleichbarer Basis um 26,9 Prozent. Dazu beigetragen haben das Rekordergebnis des Geschäftsbereichs Trading & Sales sowie die guten operativen Ergebnisbeiträge der CKW und des Geschäftsbereichs Assets.

Allerdings belasten die durch die Corona-Pandemie ausgelösten Wertschwankungen an den Finanzmärkten das gute operative Ergebnis substantiell. Das Betriebsergebnis EBIT von 329 Mio. CHF liegt um 74 Mio. CHF unter demjenigen der Vorjahresperiode (403 Mio. CHF). Auf dieser Stufe haben sich die Wertschwankungen bei den Fonds für Stilllegung und Entsorgung der Kernkraftwerke (STENFO) in der Berichtsperiode deutlich negativ ausgewirkt (–167 Mio. CHF).

Noch stärker ist das Unternehmensergebnis betroffen. Die Wertschwankungen der STENFO sowie die Rendite des Wertschriftenportfolios führten zusätzlich zu einem im Vergleich zum Vorjahr signifikant tieferen Finanzergebnis. Auf Stufe Unternehmensergebnis resultierte deshalb ein Verlust von 24 Mio. CHF (in Vorjahresperiode: Gewinn von 435 Mio. CHF). 

Ausbau bei Erneuerbaren Energien in der Schweiz und in Europa

In der Berichtsperiode trieb die Axpo Gruppe den Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Schweiz und in Europa konsequent voran. Im Bereich Unterhalt und Ausbau der Wasserkraft erzielte CKW bei wichtigen Projekten Fortschritte. So wurde die Wehrsanierung des Kraftwerks Rathausen abgeschlossen und das Dotierkraftwerk Urnerloch ging ans Netz. Das Kraftwerk Schächen der CKW-Tochter EWA nahm im November 2019 ebenfalls den Betrieb auf.

Auch im Bereich Photovoltaik ist Axpo in der Schweiz aktiv. Für die geplante alpine Solar-Grossanlage auf der Muttsee-Staumauer mit einer Leistung von 2 MW hat Axpo die Baubewilligung erhalten. Axpo plant, die Anlage im Sommer 2021 zu errichten.

Die französische Axpo Tochter Urbasolar konnte in der Berichtsperiode 37 MW an Leistung zubauen; die Pipeline ist mittlerweile auf 426 MW angewachsen. Zu den aktuellen Projekten zählen u.a. drei Solaranlagen, um Strom für die Pariser Flughäfen zu produzieren. Urbasolar wird dieses Jahr zudem im Freizeitpark «Disneyland Paris» Parkplatzüberdachungen mit Solarpanels bauen. Es handelt sich hierbei um eine Solaranlage mit einer Peak-Leistung von 33 MW.

Die im Juli 2019 erfolgte Akquisition von Urbasolar ist der Grund, dass die Zahl der Stellen im Vorjahresvergleich um fast 500 gestiegen ist. Erstmals in der Geschichte der Axpo übersteigt die Anzahl Mitarbeitender die 5000er-Marke.

Die deutsche Axpo Tochter Volkswind nahm in der Berichtsperiode einen Windpark in Leigné-les-Bois in Westfrankreich mit sieben Turbinen und einer Leistung von 14 MW in Betrieb. Damit beläuft sich die installierte Leistung von Volkswind auf 284 MW und die Pipeline für Projekte, die in den kommenden zwei Geschäftsjahren (2020/21 und 2021/22) realisiert werden sollen, ist auf rund 300 MW angestiegen. 

Axpo zählt zu den international führenden Anbietern im Bereich komplexer, massgeschneiderter Abnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPA) für Strom aus erneuerbaren Energien in Europa sowie in den USA. In der Berichtsperiode konnte Axpo wiederum zahlreiche PPA abschliessen.  

Gut auf Pandemie reagiert

Axpo reagierte frühzeitig und umfassend auf den Ausbruch der Covid-19 Pandemie. Dadurch konnten kritische Infrastrukturen wie Kraftwerke und Netze jederzeit ohne Einschränkungen im Betrieb gehalten werden. Es gelang dank detaillierten Schutzmassnahmen sogar, die komplexe Jahresrevision des Block 1 des KKW Beznau ohne Probleme durchzuführen.

Tieferes Jahresergebnis erwartet

Axpo ist weiter bestrebt, die negativen Einflüsse der Corona-Krise zu minimieren. Für Axpo bleibt die starke Positionierung im Heimmarkt Schweiz strategisch zentral. Zusätzlich werden der Stromhandel, das internationale Kundengeschäft und die Vermarktung von Erneuerbaren Energien in Europa weiter ausgebaut. Volkswind und Urbasolar sind für Axpo die Plattformen für profitables Wachstum im internationalen Wind- und Photovoltaikgeschäft. Mit dieser Ausrichtung wird die Nutzung von Synergien entlang der ganzen Wertschöpfungskette ermöglicht. Ausserdem können so die Chancen aus den sich ergänzenden Markttrends Digitalisierung, Dekarbonisierung und Dezentralisierung aktiv genutzt werden.

Der durch die Pandemie bedingte konjunkturelle Einbruch sowie die damit verbundenen Unwägbarkeiten an den Finanzmärkten können direkte Auswirkungen auf das Unternehmensergebnis der Axpo Gruppe haben. Axpo geht deshalb von einem deutlich tieferen Jahresergebnis 2019/20 im Vergleich zum Vorjahr aus.

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