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03.06.2026 | Energieversorgung für Europas digitale Infrastruktur

Wie Axpo und Iron Mountain Data zu einer nachhaltigeren Zukunft für Rechenzentren beitragen

Der weltweite Datenverbrauch steigt exponentiell an, angetrieben durch die zunehmende Verbreitung von künstlicher Intelligenz, GPU-as-a-Service (Siehe Infobox) und Cloud-Diensten für Unternehmen. Doch während der KI-Boom anhält, stellt dieses rasante Wachstum auch eine erhebliche Herausforderung dar. Die Rechenzentren, die diese digitalen Informationen speichern, verarbeiten und verteilen, gehören zu den energieintensivsten Einrichtungen der Welt – und sind echte Stromfresser. Sollen die weltweiten Klimaziele erreicht werden, müssen diese lebenswichtigen Einrichtungen mit erneuerbarer Energie versorgt werden.

Der Stromverbrauch von Rechenzentren in Europa wird voraussichtlich um etwa 150 % steigen, von rund 96 TWh im Jahr 2024 auf 236 TWh im Jahr 2035, wobei die Zwischenprognose für 2030 bei 168 TWh liegt.¹ Ein einziges grosses Rechenzentrum kann den Strombedarf einer grossen Schweizer Stadt mit 80’000 Einwohnern decken. Weltweit entfielen laut der Internationalen Energieagentur im Jahr 2024 rund 1,5 % des weltweiten Stromverbrauchs auf Rechenzentren.²

Um dem erwarteten Anstieg des Stromverbrauchs von Rechenzentren zu begegnen, ist ein vielschichtiger Ansatz erforderlich. Zu den wichtigsten Strategien gehören die Versorgung lokaler Fernwärmenetze mit Abwärme, die Umsetzung energieeffizienter Lösungen, der Einsatz fortschrittlicher Kühltechnologien, die Nutzung digitaler Energieoptimierungssysteme sowie die Integration von Batteriespeichern. Schliesslich ist erneuerbare Energie ein entscheidender Bestandteil dieser Strategie, wie die kürzlich geschlossene Partnerschaft von Axpo mit Iron Mountain Data (IMDC) zeigt.

Im Rahmen eines kürzlich unterzeichneten Dreijahresvertrages wird Axpo die Rechenzentren von IMDC in ganz Deutschland zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen. Ab 2027 werden jährlich rund 107’000 Megawattstunden (MWh) Strom aus Wind- und Sonnenenergie geliefert, wodurch jährlich Tonnen von CO2-Emissionen vermieden werden. Der Vertrag läuft bis Ende 2029.

Auch in anderen europäischen Ländern wird Axpo im Rahmen der Vereinbarung IMDC-Standorte in Spanien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich mit sicherem Zugang zu erneuerbarem Strom versorgen. Martijn van Wijngaarden von Iron Mountain Data hob die Bedeutung der neuen Partnerschaft hervor und erklärte, sie stehe im Einklang mit dem obersten Ziel des Betreibers, Klimaneutralität zu erreichen: «Mit Axpo haben wir eine zuverlässige Partnerin für die Versorgung mit Ökostrom gefunden, die unsere Nachhaltigkeitsziele unterstützt.»

Domenico Franceschino, Leiter Origination für Ost- und Westeuropa bei Axpo, begrüsste die Vereinbarung mit den Worten: «Unsere Vereinbarung zeigt, wie internationale Zusammenarbeit und innovative Energielösungen den Weg in eine CO₂-freie Zukunft ebnen. Wir freuen uns sehr, Iron Mountain Data bei der Dekarbonisierung seiner Rechenzentren in mehreren europäischen Ländern zu unterstützen.»

Als internationale Energiepartnerin ist Axpo in der Lage, Kunden CO₂-freie Energielösungen und massgeschneiderte Versorgungskonzepte anzubieten. In diesem Fall bedeutet die Möglichkeit, die beeindruckende Erzeugungskapazität von Axpo für die Erfüllung grossvolumiger kommerzieller Verträge zu nutzen, dass das Unternehmen IMDC die stabile und umfangreiche Energieversorgung bereitstellen kann, die dessen Rechenzentren für ihren effizienten Betrieb benötigen.

Die länderübergreifende Struktur der Vereinbarung zwischen Axpo und Iron Mountain Data verdeutlicht, wie eine koordinierte Energieversorgung den wachsenden Strombedarf des boomenden, energieintensiven Rechenzentrumssektors und der damit verbundenen globalen digitalen Wirtschaft decken kann. 

¹ ICIS: https://www.icis.com/explore/resources/data-centres-hungry-for-power/

² IEA:Energiebedarf durch KI – Energie und KI – Analyse – IEA

Rechenzentren

Jedes Mal, wenn wir eine Website besuchen, einen Videostream starten, eine App nutzen oder ChatGPT befragen, laufen im Hintergrund Datenströme durch Rechenzentren. Dort werden Daten rund um die Uhr gespeichert, verarbeitet und bereitgestellt. Die Anlagen bestehen aus einer grossen Anzahl von Servern, Netzwerksystemen und Kühltechnik – alles in hochsicheren Gebäuden, die auf maximale Zuverlässigkeit ausgelegt sind. Da die Server ununterbrochen laufen, ist der Strombedarf enorm – nicht nur für den Betrieb, sondern auch für die Kühlung. Rechenzentren sind daher nicht nur digitale Knotenpunkte, sondern auch Grossverbraucher im Stromnetz mit spezifischen Anforderungen hinsichtlich Versorgungssicherheit, Standortbedingungen und Anschlussleistung.

GPU-as-a-Service

GPU as a Service (GPUaaS) ist ein Cloud-Computing-Modell, bei dem Nutzer Grafikprozessoren (GPUs) über das Internet mieten, anstatt eigene anzuschaffen. Die Nutzer zahlen nur für die tatsächliche Nutzungszeit – ähnlich wie bei Strom- oder Wasserrechnungen. GPUaaS wird häufig für rechenintensive Aufgaben wie künstliche Intelligenz, Datenanalyse und Videoverarbeitung eingesetzt.

IMDC Frankfurt Rechenzentrum (FRA-2), ©Iron Mountain
IMDC Frankfurt Rechenzentrum (FRA-2), ©Iron Mountain

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