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Kernenergie liefert zuverlässig und praktisch CO₂-arm Strom – unabhängig von Wetter und Jahreszeit. Das macht sie zu einer stabilen Winterstromquelle, die auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten könnte.

Neue Reaktordesigns sind sicherer, effizienter und technologisch weiterentwickelt. Gleichzeitig ist ein Neubau in der Schweiz an klare gesetzliche Vorgaben und politische Prozesse gebunden, die heute noch Einschränkungen enthalten. Auch wirtschaftlich wären neue Anlagen auf langfristige Investitionssicherheit und passende Fördermechanismen angewiesen. Politisch wird derzeit darüber diskutiert, ob das bestehende Neubauverbot aufgehoben werden soll. Die Energy Reports zeigen auf, unter welchen Bedingungen Kernenergie wieder ein tragender Bestandteil des Schweizer Energiesystems werden könnte. 

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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Kernenergie deckt heute knapp 40% der Winterstromversorgung ab und leistet damit einen zentralen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Neue Kernkraftwerke könnten dafür sorgen, dass auch in Zukunft die Kernenergie einen substantiellen Beitrag zu Stromversorgung im Winter leisten kann. Die Axpo Energy Reports zeigen auf, unter welchen Bedingungen Kernkraftwerke bis 2050 einen Beitrag leisten könnten. 

Ein neues Kernkraftwerk wäre in der Schweiz technisch realisierbar, aber nur möglich, wenn das Neubauverbot aufgehoben, Bewilligungsverfahren beschleunigt, Fördermodelle geschaffen und gesellschaftliche Akzeptanz sichergestellt werden können. Es braucht also eine umfassende Übernahme der politischen, regulatorischen, finanziellen Risiken durch den Staat. 

SMR-Technologien sind vielversprechend, aber kommerzielle Erfahrungen liegen bislang kaum vor. SMR könnten insbesondere an flächenlimitierten Standorten Vorteile bieten und durch modulare Bauweisen zusätzliche Flexibilität schaffen. Allerdings müssen SMR‑Konzepte ihre wirtschaftlichen und betrieblichen Versprechen erst im kommerziellen Einsatz unter Beweis stellen; für einen Erstbau in der Schweiz wäre internationale Serienerfahrung eine zwingende Voraussetzung. Daher haben wir uns in den Axpo Energy Reports auf grosse Gen III+ Reaktoren fokussiert. 

Ein Neubau bis 2050 ist möglich, erfordert aber frühzeitige politische Entscheidungen. Der politische Prozess für die erforderlichen gesetzlichen und regulatorischen Anpassungen müsste unmittelbar nach einer möglichen Aufhebung des Neubauverbots gestartet werden, damit eine Inbetriebnahme neuer Kernkraftwerke bis 2050 realistisch bleibt.  

Als erster Schritt ist eine Finanzierung der Projektentwicklung erforderlich. Diese Phase dient der Vorbereitung der Rahmenbewilligung sowie dem schrittweisen Aufbau der technischen und wirtschaftlichen Entscheidungsreife. Konkret umfasst dies die Prüfung der Machbarkeit international bewährter Reaktordesigns – etwa AP1000 oder EPR – gemeinsam mit den Herstellern sowie die Bewertung ihrer Stärken und Schwächen hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit.  

Angesichts von Akzeptanz- und Realisierungsproblemen ist es unsicher, ob der Zubau von Windanlagen und Gaskraftwerken wie notwendig gelingt. Daher sollte parallel dazu der Weg zu Szenario 2 mit neuen Kernkraftwerken geebnet werden, um alle Optionen offenzuhalten. Um diesen Weg zu ermöglichen, wären zunächst geeignete Rahmenbedingungen für neue Kernkraftwerke zu schaffen. Ein erster Schritt wäre die Aufhebung des Neubauverbots, was Axpo explizit unterstützt.  

Für Axpo als Unternehmen steht dieser zweite Weg aufgrund der ungeklärten Risikofragen (politisch, regulatorisch, finanziell) jedoch nicht im Vordergrund. Ohne eine umfassende Risikoübernahme durch den Staat wären die finanziellen Risiken neuer Kernkraftwerke für kein Unternehmen tragbar. Sollte sich der Souverän aber für neue Kernkraftwerke mit umfassender Risikoübernahme durch den Staat entschliessen, steht Axpo bereit, die Umsetzung dieses Szenarios nach Kräften zu unterstützen – vorausgesetzt ihre Eigentümer stimmen zu.